Drei Fragen an ...

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Portrait Karen Sommer-Löffen, Diakonie RWL

Drei Fragen an ...

Karen Sommer-Loeffen

Karen Sommer-Loeffen arbeitet beim Diakonischen Werk Rheinland- Westfalen-Lippe e. V. - Diakonie RWL. Sie ist als Referentin für den Bereich Bahnhofsmission und Ehrenamt zuständig. Im Bereich der Diakonie RWL gibt es mit 24 Bahnhofsmissionen die bundesweit meisten sozialen Einrichtungen dieser Art.

 

1. Was ist das Besondere an dem Engagementbereich Bahnhofsmission?

Das Besondere an diesem Engagementfeld ist zunächst, dass es an einem besonderen Ort, dem Bahnhof, stattfindet. Hier arbeiten in einem Team von Ehrenamtlichen, meist unter einer hauptamtlichen Leitung, hochmotivierte Engagierte mit völlig unterschiedlichen Lebenshintergründen. Durchschnittlich sind die Engagierten 8 Stunden pro Woche tätig. Das ist ein hoher Zeitaufwand.
5 Mio. Hilfeleistungen werden durch das Engagement der haupt- und ehrenamtlich Tätigen so möglich. Die Engagierten schätzen vor allem auch die familiäre Kultur in einer Bahnhofsmission und die Vielfalt an Aufgaben. Ca. 380 Hauptamtliche und fast 2000 Ehrenamtliche sind in den bundesweit 104 Bahnhofsmissionen tätig.

2. Welches Engagement hat Sie persönlich hier zuletzt besonders beeindruckt?

Das Engagement von Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam in einem Team. Das ist Inklusion im wahrsten Sinne. Oder das Engagement von Menschen mit einem Migrationshintergrund oder /und mit einer Fluchtgeschichte arbeiten gemeinsam mit den anderen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. Jeder /jede bringt die eigenen und unterschiedlichen Ressourcen ein. Mich beeindruckt auch, dass immer wieder verzweifelte Menschen in der Bahnhofsmission Hoffnung schöpfen, weil sie hier Zuhörer/-innen finden. Mich beeindruckt, welche Vielfalt an Aufgaben wie Umsteigehilfen, Einsteigehilfen, Begleitung in Zügen, Trost und Seelsorge, Gespräche, Begleitung in die Hilfestruktur, Begleitung von Menschen mit Handicap, Beratung bei der Reiseplanung mit einem Rollstuhl, Hilfen für geflüchtete Menschen, Clearing etc. etc. die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen hier bewältigen. Mich beeindruckt auch, dass sich die Bahnhofsmissionen untereinander unterstützen. Mich hat gerade in diesen Zeiten beeindruckt, dass die Ehrenamtlichen für Menschen ohne Wohnung Hilfsangebote vorgehalten haben und zum Teil mit Kirchengemeinden zusammengearbeitet haben.

3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements in Nordrhein-Westfalen?

Dass das Engagement nicht nur in »Sonntagsreden«, sondern tatsächlich auch durch die Unterstützung und Förderung von Strukturen wie die der Ehrenamtskoordinatoren/-innen gestärkt wird.

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