Engagiert im Alter

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Gespeichert von Björn Lappe am 17. Februar 2015
Alt und jung mit Fahrrad

Engagiert im Alter

Lebenserfahrung nutzen

Engagement im Alter kann zur Lebensqualität von Einzelnen, zum Leben im Quartier oder zum Kontakt zwischen Generationen beitragen. Auch für die Gestaltung des demographischen Wandels ist das bürgerschaftliche Engagement unverzichtbar.

 

Der demographische Wandel ist ohne Zweifel eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen  Bereits ein Viertel der Bevölkerung ist älter als 60 Jahre. Die Lebenserfahrung, das Wissen und das Engagement älterer Menschen spielen zunehmend eine große Rolle. Davon können auch die Jüngeren profitieren. Das Miteinander und den Austausch der Generationen mit Initiativen und der Unterstützung vorhandener Strukturen zu stärken, ist deshalb ein besonderes Anliegen des Landes NRW.

Das Älterwerden von Menschen unterscheidet sich nicht nur in den individuellen Biografien und Lebenssituationen. Es ist auch abhängig von den Gegebenheiten in den verschiedenen Regionen, Städten und Gemeinden, in denen die Menschen in Nordrhein-Westfalen leben. Entscheidend für die Lebensqualität im Alter oder bei Unterstützungs- und Pflegebedarf ist für die Menschen nicht zuletzt, ob sie ihre Lebensentwürfe selbst bestimmen können.

Altengerechte Quartiere

Um den Bedarfen der Menschen gerecht werden und die Chancen des demographischen Wandels nutzen zu können, ist es wichtig, die räumlichen Rahmenbedingungen für eine älter werdende Gesellschaft entsprechend zu gestalten. Deshalb sollten Quartiere und Städte so entwickelt werden, dass sie die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Dazu ist es notwendig die Quartiersbewohnerinnen und –bewohner selbst von Anfang an in die Planungen einzubeziehen. Nur so können Quartiere zukunftsfähig werden.Eine wesentliche Herausforderung ist, dass Menschen jeden Alters ihr Leben selbstbestimmt und aktiv gestalten können. Gut ausgebaute Strukturen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vorzufinden, ist dafür eine grundlegende Voraussetzung. Das gilt sowohl hinsichtlich der eigenen Wohnung, die ggf. dem individuellen Unterstützungs- oder Pflegebedarf angepasst werden muss, als auch hinsichtlich erreichbarer Versorgungs- und Dienstleistungsangebote im heimischen Orts- oder Stadtteil.

Der »Masterplan altengerechte Quartiere.NRW« ist als übergeordnetes Strategie- und Handlungskonzept zu verstehen, mit dem Ziel, Kommunen auf ihrem Weg zu lebenswerten, alten- oder altersgerechten Quartieren zu unterstützen.

Seniorenvertretungen

Seniorenvertretungen gestalten den demographischen Wandel mit und bieten dabei älteren Menschen eine Möglichkeit zur politischen Teilhabe innerhalb der Kommune. Ältere Menschen werden dadurch als Expertinnen und Experten in eigener Sache zu ihren eigenen Interessenvertreterinnen und -vertretern. Dass dieses Konzept funktioniert, belegen erfolgreiche Vertretungen in zahlreichen Städten und Gemeinden. Mit speziellen Angeboten und der Förderung der Landesseniorenvertretung NRW unterstützt das Land alle, die Interessenvertretungen für ältere Menschen gründen, stärken oder noch weiter nach vorne bringen wollen.

Seniorenbüros

Mittlerweile über 100 Seniorenbüros (Stand 2015) arbeiten in Nordrhein-Westfalen daran, die Lebensqualität älterer Menschen durch Begegnungsangebote und Beratung, Qualifizierung, Aktivierung und Partizipation sowie die Stärkung und Unterstützung ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements Älterer auf kommunaler Ebene zu verbessern. Sie verstehen sich oft als erste Anlaufstelle für die Älteren. Dort, wo es sich um die kommunalen Leitstellen für das Alter und um hauptamtliche Seniorenbüros der Stadtverwaltung handelt, nutzen viele Städte dieses Know How, um eine moderne Altenpolitik aufzubauen. Seit 2010 vernetzt und unterstützt die vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter geförderte Landesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros NRW die Arbeit der örtlichen Büros als verbandsübergreifende Interessensvertretung.

Forum Seniorenarbeit

Das Forum Seniorenarbeit ist die zentrale Plattform zu aktuellen Themen der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit und des bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen in und für NRW. Neben Qualifizierung und Vernetzung auf jährlichen Tagungen bietet das Forum internetgestützte Fortbildungsreihen und Themenportalen zu Engagementfeldern der Zukunft: lebendige Nachbarschaften und digitales Engagement älterer Menschen.

ZWAR – Zwischen Arbeit und Ruhestand

Die ZWAR Zentralstelle NRW unterstützt Kommunen auf ihrem Weg eine partizipative Infrastruktur vor Ort aufzubauen, um damit Teilhabe, Mitgestaltung und bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen zu ermöglichen. ZWAR-Netzwerkgruppen haben das Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen, die aus dem Berufsleben ausscheiden, zu stärken. Dabei geht es vor allem um Identität, Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung sowie um die Fähigkeit, soziale Beziehungen (wieder) herzustellen. Die ZWAR Zentralstelle NRW berät und qualifiziert die verschiedenen Akteurinnen und Akteure beim Aufbau solcher selbstorganisierten und –verantworteten Strukturen.

Bildung und Kultur im Alter

kubia, das Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter, ist ein Fachforum für alle, die kulturelle Bildung und Teilhabe von älteren Menschen ermöglichen. Durch Forschung, Beratung, Qualifizierung, Vernetzung und Informationen unterstützt kubia zahlreiche Kulturprogramme und Einrichtungen in NRW und somit auch das bürgerschaftliche Engagement im Bereich der kulturellen Bildung. Ziel ist, die Entwicklung zukunftsgerechter Konzepte und innovativer Modelle für die Gestaltung einer älter werdenden Gesellschaft zu entwickeln.

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