Ein Herz für Köln: Nachbarschaftshilfe im Veedel

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Gespeichert von Tim Strehlau am 28. April 2017
Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz – Älterer Mann mit Kindern an Werkbank

Ein Herz für Köln: Nachbarschaftshilfe im Veedel

Engagement des Monats Mai 2017

Engagementpreis NRW | Die Liebe der Kölnerinnen und Kölner zu ihren Stadtteilen ist sprichwörtlich. Und tatsächlich zeigen die Ehrenamtlichen der Kölner Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz, das die vielfach besungene Solidarität in den Veedeln der Stadt nicht nur eine gefühlte Wahrheit ist, sondern bis heute vielerorts gelebte Realität. Seit zwanzig Jahren vernetzt die generationenübergreifende Initiative Menschen, die sich freiwillig in ihrem Veedel als Nachbarschaftshelferinnen und –helfer engagieren wollen, mit Menschen, die sich Hilfe wünschen und brauchen.

 

Egal ob in Dellbrück oder Dünnwald, ob in Ehrenfeld, Sülz oder Zollstock: Das Herz der Kölner Nachbarschaftshilfe schlägt in den Veedeln. Das wird rasch klar, wenn man die beeindruckenden Zahlen liest, die hinter der Arbeit der Nachbarschaftshilfe »Kölsch Hätz« stehen: neben einigen wenigen hauptamtlichen (Honorar-)Kräften engagieren sich im Rahmen der ökumenischen Initiative etwa 550 Freiwillige tatkräftig in bereits 27 von insgesamt 86 Kölner Stadtteilen, die zusammengenommen im Jahr etwa 58.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in der Millionenstadt am Rhein leisten. Durch die Angebote der Initiative und die unentgeltliche Hilfe der engagierten Männer und Frauen werden jeden Monat weit über 400 Menschen erreicht, die auf Unterstützung angewiesen sind, vorwiegend allein lebende Seniorinnen und Senioren, kranke oder behinderte Menschen.

 

Diese Entwicklung war zum Start des Projekts vor zwanzig Jahren kaum abzusehen, meint Hermann Josef Roggendorf, der für den Caritasverband Köln die Nachbarschaftshilfe federführend koordiniert und leitet. Er beschreibt den Mehrwert des Projekts so: »Seit 1997 fördert unsere Initiative die kontinuierliche und nachhaltige Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements jüngerer und älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Köln, um das Zurückgehen stabiler, verlässlicher Beziehungen in den Nachbarschaften der Stadtviertel aufzufangen und Isolation und Vereinsamung von Menschen dort entgegenzuwirken.« Durch »nachbarschaftliche Beziehungen und Kontakte« soll die »Lebensqualität erhöht, die soziale Einbindung gestärkt und eine Fürsorge für hilfebedürftige Menschen geschaffen« werden.

In seiner Arbeit ist Kölsch Hätz eng vernetzt mit allen sozialen Akteuren in den jeweiligen Stadtteilen; so werde beispielsweise vor der Eröffnung eines neuen Büros stets »der Bedarf in dem betreffenden Stadtviertel sorgfältig geprüft«, wie Hermann Josef Roggendorf erklärt. Langfristige Zielsetzung sei es, in allen Stadtvierteln Kölns mit eigenen Anlaufstellen vertreten zu sein. Finanziert wird die mehrfach ausgezeichnete Nachbarschaftsinitiative – eine Einrichtung, die vom Caritasverband für die Stadt Köln in Kooperation mit dem Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region ausgeht und über die katholischen oder evangelischen Pfarrgemeinden im Stadtteil initiiert wird – durch Eigenmittel der Träger, Zuwendungen der Stadt Köln und aus Stiftungsgeldern.

Mitmachen könnten alle diejenigen, denen »das soziale Klima im Viertel ein Anliegen ist«, wie Hermann Josef Roggendorf formuliert, das können »Junge und Alte ebenso sein wie gebürtige Kölner oder Zugezogene«. Wie viel Zeit jemand in sein Engagement investieren will, bestimme er selbst, ebenso, wann, wo, wie und mit wem er oder sie diese Zeit verbringen möchte. Ziel der Arbeit sei es, das »nachbarschaftliche Zusammenleben in den Stadtvierteln durch bürgerschaftliches Engagement nachhaltig zu verbessern«.

Annette Strauch und Inge König sind zwei, die mitmachen: die beiden Frauen engagieren sich seit vielen Jahren für bedürftige Menschen in einem rechtsrheinischen Stadtteil. »Mir gefällt an meiner Arbeit, dass ich viele unterschiedliche Menschen kennen und schätzen lerne«, sagt Frau König, Menschen, die »so bunt sind wie ein Blumenstrauß«, wie Frau Strauch mit einem Lächeln ergänzt. Beide schöpfen aus ihrem Engagement viel Kraft und Freude, beide fühlen sich durch ihre Arbeit»gebraucht und glücklich«. Und beide Damen wissen, dass ihre Arbeit auch von denen geschätzt wird, für die sie vor Ort aktiv sind, sei es als Begleitung beim Spazierengehen oder einfach nur als geduldige Zuhörerinnen.

Und so lässt sich vor diesem Hintergrund festhalten, dass sich die das Leben in den Kölner Stadtvierteln romantisierende Textzeile einer weit über die Kölner Stadtgrenzen bekannten Mundartgruppe trotz aller Veränderungen im Zusammenleben bis heute als ein gültiges Leitmotiv für die erfolgreiche gemeinnützige Arbeit der Initiative erweist: »In unserem Veedel hält man zusammen, egal was auch passiert.«

Kontakt und Ansprechpartner
Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz
Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
Hermann Josef Roggendorf
Venloer Str. 277
50823 Köln
E-Mail: hermann-josef.roggendorf@caritas-koeln.de
Web: www.koelschhaetz-im-veedel.de
 

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