Turbo-Schnecken auf der Überholspur

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Gespeichert von Tim Strehlau am 9. März 2018
Turboschnecken e.V. Lüdenscheid: Mehrere Menschen trainieren auf Ergometern

Turbo-Schnecken auf der Überholspur

Engagement des Monats April 2018

Engagementpreis NRW | Wie wird ein Denkmal wieder lebendig? Antworten auf diese Frage liefert ein bemerkenswertes Projekt aus Lüdenscheid. Dort hat ein Sportverein ein seit langem leerstehendes denkmalgeschütztes Fabrikgebäude mit viel Engagement und Herzblut in ein modernes Vereins- und Trainingszentrum verwandelt, das sich zu einem lebendigen Ort der Begegnung nicht nur für die Mitglieder des Vereins entwickelt hat.

 

An die Anfänge des Projekts kann sich Brigitte Klein noch gut erinnern, an die schlaflosen Nächte ebenso wie an die Freude, als klar wurde, dass eine mutige Idee gelingen wird. Vor zehn Jahren war Brigitte Klein, Vorsitzende der Lüdenscheider Turbo-Schnecken, für ihren Verein auf der Suche nach einem neuen »Schneckenhaus«. Dabei sollte die neue Heimat von Anfang an nicht nur ein bloßes Sport- und Trainingszentrum sein, sondern ein Ort, von dem perspektivisch das ganze Umfeld im Quartier profitieren sollte, wie Brigitte Klein im Rückblick auf eine turbulente Zeit sagt.

Die naheliegende Lösung lag auf dem 6.500 Quadratmeter großen Areal einer denkmalgeschützten ehemaligen Maschinenfabrik, das seit vielen Jahren ungenutzt dem endgültigen Verfall entgegen sah. Die sich bietende Chance, dieses Gelände für den Verein zu erwerben, ließen sich Brigitte Klein und ihre Mitstreiter/innen nicht entgehen. Gefördert durch die NRW-Stiftung und unterstützt durch weitere Partner gelang es dem Verein im Jahr 2011 tatsächlich, das Gelände zu ersteigern und es aus seinem »Dornröschenschlaf zu erwecken«, wie Brigitte Klein erzählt.

Heute beherbergt das barrierefrei umgebaute Schneckenhaus an der Lüdenscheider Bräuckenstraße nicht nur die Geschäftsstelle des Vereins, sondern unter anderem drei Sporthallen, diverse Schulungs- und Umkleideräume, ein Fitnessstudio, das nicht nur Vereinsmitgliedern offen steht sowie ein Bistro, das vom Johanneswerk der Märkischen Werkstätten, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, bewirtschaftet wird. So hat sich im Lauf der Zeit aus einem kleinen Lauftreff eine Gemeinschaft gebildet, die »viele verschiedene Sportarten für sehr unterschiedliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer anbietet, von behutsamen Reha-Übungen für Krebspatienten bis zu anspruchsvollen Trainingseinheiten für ehrgeizige Sportler«, wie Frau Klein nicht ohne Stolz erzählt. Zudem verbinde der Verein Sport und bürgerschaftliches Engagement, um damit »soziale, kulturelle, nachbarschaftliche und städtebauliche Anliegen und Angebote« zu realisieren, sagt Brigitte Klein, das ganze Quartier solle durch die Aktivitäten des Vereins »aufgewertet« werden. Und das offenbar mit großem Erfolg, wie steigende Mitgliederzahlen und ausgebuchte Kursangebote belegen.

Für die Zukunft schmieden die Aktiven des Vereins bereits weitere Pläne, so soll beispielsweise im Umfeld nicht nur ein Biergarten entstehen, sondern auch eine Blumenwiese und zwei Boulebahnen. Ziel ist es, dass sich die Einrichtung mit ihren Angeboten noch weiter für die Menschen im Stadtteil öffnet. Und das sich das Ganze dabei eher nicht im Schneckentempo vollziehen wird, sondern auf der Überholspur, scheint angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre auch klar zu sein.

Kontakt und Ansprechpartnerin
Turbo-Schnecken Lüdenscheid e. V.
Brigitte Klein (Vorsitzende)
Bräuckenstraße 95
58511 Lüdenscheid
Tel. (0 23 51) 9 74 44 80
E-Mail: klein@turbo-schnecken.com
Web: www.turbo-schnecken.com

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