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= bürgerschaftliches Engagement
= unternehmerisches Engagement
Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages hat Ende Januar einstimmig beschlossen, in der aktuellen Legislaturperiode den Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement (UABE) erneut einzusetzen. Zum Aufgabenkreis des Unterausschusses gehören künftig nach dem Willen aller Fraktionen auch die Themen Integration und demografischer Wandel.
Seit November 2008 erhielten rund 6000 Engagierte für ihr überdurchschnittliches freiwilliges Engagement die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen. 58 Städte und Gemeinden beteiligen sich aktuell an dem Projekt Ehrenamtskarte, weitere Kommunen und Kreise kommen kontinuierlich dazu. Auf einem Empfang für die kommunalen Spitzen aus den Orten, die im vergangenen Jahr die Ehrenamtskarte eingeführt haben, würdigte Minister Armin Laschet am 29. Januar in Düsseldorf den Pioniergeist der Verantwortlichen, die als Erste die Chancen der Ehrenamtskarte als innovativem Instrument zur Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements erkannt haben.
Der kulturelle Ehrenamtspreis »DER DANK-Ehrensache Kultur« wurde am 26. Januar in Bonn zum zweiten Mal für beispielhaftes Engagement in der Pflege, Erhaltung und Weiterentwicklung des kulturellen Lebens in Nordrhein-Westfalen verliehen. Der erste Preis in der Kategorie »Erhalten« ging an den Heimat- und Geschichtsverein für Beckum und die Beckumer Berge e.V., an das Schönebecker Jugend-Blasorchester Essen e.V. in der Kategorie »Erleben« und an Cultur-Tupfer e.V. Detmold in der Kategorie »Erfinden«.
In 101 Kommunen sind am 7. Februar 2010 eine Million Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Eingebürgerte aufgerufen, die Integrationsräte zu wählen. In den Integrationsräten als kommunales Fachgremium für Integrationspolitik soll auch Menschen ohne deutschen Pass eine politische Beteiligung in ihrer Kommune ermöglicht werden.
Unter dem Motto »Experten fürs Leben« ruft die CaritasStiftung des Erzbistums Paderborn dazu auf, ehrenamtliche Projekte mit und für ältere Menschen für die Verleihung des Pauline-von-Mallinckrodt-Preises zu benennen. Mit dem Preis würdigt die Stiftung beispielhafte und innovative Projekte ehrenamtlicher Caritasarbeit.
Das Projekt Lese- und Bildungsförderung des Viersener Iris Kater Verlags wählten Besucherinnen und Besucher des Portals www.engagiert-in-nrw.de mit deutlichem Abstand zum »Engagement des Jahres 2009«. Zur Abstimmung standen zwölf Initiativen, Organisationen und Unternehmen, die im vergangenen Jahr mit ihren Projekten als »Engagement des Monats« vorgestellt wurden.
Junge Erwachsene zwischen 18-27 Jahren können sich bis zum 7. März 2010 mit einer kreativen Idee für ein Engagementprojekt um die Teilnahme am Trainingsprogramm der Civil Academy bewerben. Die Civil Academy will junge Engagierte darin unterstützen, die Idee für ein ehrenamtliches Engagement erfolgreich weiterzuentwickeln und in die Tat umzusetzen.
Älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Zugänge zur Kultur zu eröffnen und sie zu bürgerschaftlichem Engagement für ein kulturelles Projekt anzuregen: das ist Ziel des Pilotprojektes »Kulturführerschein International«, das von September 2009 bis April 2010 in Wuppertal durchgeführt wird. Träger des Projekts ist das Institut für Kultur und Bildung e.V. in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. und dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein. Das Institut für Bildung und Kultur will Kunst, Kultur und kulturelle Bildung in den verschiedensten gesellschaftlichen Feldern stärken.
600 Initiativen und Einrichtungen haben an der ersten bundesweiten Ausschreibung der Initiative »Ich kann was!« der Deutschen Telekom teilgenommen. 66 von einer Fachjury ausgewählte Projekte werden besonders gefördert, darunter Projekte zum Erwerb von Alltagskompetenzen, medien- und kulturpädagogische und erlebnisorientierte Projekte. Insgesamt stellt die Deutsche Telekom 500 000 Euro an Fördermitteln bereit, einzelne Empfänger können bis zu 15.000 Euro Unterstützung erhalten. 15 geförderte Initiativen kommen aus Nordrhein-Westfalen.
Ehrenamtliches Engagement anerkennen und sichtbar machen: das ist das Ziel des 2009 von der Kampagne »Geben gibt.« und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement ins Leben gerufenen Deutschen Engagementpreises. 2200 Personen und Projekte wurden von Bürgerinnen und Bürgern für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Eine Fachjury ermittelte die Preisträger in vier Kategorien. Der Publikumspreis wurde online im Internet bestimmt.
Mit einem Ehrenamtsempfang in der Staatskanzlei würdigte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Anfang Dezember den Einsatz der Menschen, die sich in diesem Jahr in 36 Projekten ehrenamtlich für das Wohl von Bedürftigen eingesetzt haben. Die Landesregierung unterstützt jährlich eine Vielzahl von ehrenamtlichen Initiativen und Projekten. In diesem Jahr hat der Ministerpräsident unter dem Motto »Kindern ein gesundes Leben« Initiativen mit insgesamt 450.000 Euro gefördert.
»Wie wollen wir leben?« Diese Frage stand im Mittelpunkt des Robert Jungk Preises 2009, der auf einer Festveranstaltung am 8. Dezember in Düsseldorf vergeben wurde. Sechs Projekte wurden mit Haupt- oder Sonderpreisen bedacht, 23 von insgesamt 274 Bewerbungen als Zukunftsprojekt ausgezeichnet. Die Hauptpreise gingen an Projekte aus Bonn, Hagen, Köln und Warendorf.
Bürgerschaftliches Engagement wird als Ressource der Stadtentwicklung an Bedeutung zunehmen. Wie die Potenziale der Zivilgesellschaft im Kontext der »Sozialen Stadt« künftig besser genutzt werden können, zeigt das im November 2009 verabschiedete Berliner Memorandum auf. Ein Ergebnis: Zivilgesellschaftliches Engagement braucht Anlässe und Gelegenheiten sowie Räume und lokale Zentren zu seiner Entfaltung. Beispiele dafür sind Stadtteilbüros als niedrigschwellige Anlaufstellen und Treffpunkte vor Ort, die Entwicklung von Kindertagesstätten zu Familienzentren, Stadtteilschulen, Bürger- und Nachbarschaftshäuser.
Gemeinnützige Vereine dürfen nur dann pauschale Vergütungen an Mitglieder des Vorstands zahlen, wenn dies in der Satzung geregelt ist. Die Einführung eines Steuerfreibetrags in Höhe von 500 Euro im Rahmen des Gesetzes »Hilfen für Helfer« war für viele Vereine Anlass, um Vorstandsmitgliedern pauschale Vergütungen zu zahlen. Das Bundesfinanzministerium weist in einem Schreiben an die Obersten Finanzbehörden der Länder darauf hin, dass gemeinnützige Vereine vor entsprechenden Zahlungen ggf. zunächst eine Satzungsänderung vornehmen müssen oder eben nur tatsächlich entstandene Auslagen ersetzen dürfen. Eine Satzungsänderung muss bis Ende 2010 erfolgen. Zahlungen dürfen zudem nicht »unangemessen hoch« sein.
Auf reges Interesse von Firmenvertretern ist die Veranstaltung »Unternehmen engagieren sich« gestoßen, zu der die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration und der Stadt Paderborn eingeladen hatte. Ziel der Veranstaltung in Paderborn war es, Beispiele für das gesellschaftliche Engagement von Wirtschaftsunternehmen vorzustellen. Insbesondere kleine und mittlere Betriebe übernehmen oftmals standortbezogen Verantwortung und engagieren sich für die Gesellschaft.
Die erste Ausgabe des »Monitor Engagement« stellt in kompakter Form den nationalen und internationalen Stand der Engagementforschung vor. Der Monitor benennt aktuelle deutsche Forschungsprojekte und stellt den Wissenschaftsstand ausgewählter europäischer Länder vor. Der Monitor, erarbeitet vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, soll künftig regelmäßig erscheinen und jeweils ein Thema intensiver behandeln.