Wichtige Fragen

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Gespeichert von Eva-Maria Antz am 18. März 2015
Gewusst?

Wichtige Fragen

Ob Freiwilligendienst, Sonderurlaub oder Versicherungsschutz: An dieser Stelle geben wir Antworten auf immer wiederkehrende Fragen aus der Welt des bürgerschaftlichen Engagements in NRW. Zugleich geben die Antworten Hinweise darauf, wo Sie auf dem Portal ausführliche Informationen zu den angesprochenen Themen finden können.

 
Warum sprechen manche Menschen von Ehrenamt und andere von Bürgerschaftlichem Engagement?

Die Begriffe »Ehrenamt«, »Freiwilligenarbeit« und »freiwilliges Engagement« werden häufig gleichbedeutend mit »Bürgerschaftlichem Engagement« benutzt.  Eine Kommission des Deutschen Bundestags hat die Begriffe genauer definiert. Demnach wird »Bürgerschaftliches Engagement« als Oberbegriff gebraucht. Es bezeichnet sowohl das dauerhafte und kontinuierliche als auch das kurzfristig und spontan ausgeübte Engagement. »Ehrenamt« meint dagegen ausschließlich ein formalisiertes und verbindliches Engagement – etwa die Übernahme eines Amts. Als »Ehrenamt« gilt daher das klassische, auf das Gemeinwohl gerichtete Engagement in Verbänden und Vereinen sowie in politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Gremien.

Was ist ein Freiwilligendienst? Welche Angebote gibt es in NRW?

Jugendliche und Erwachsene engagieren sich im Freiwilligendienst, um einen längeren Zeitraum zur Orientierung oder persönlichen Weiterentwicklung zu nutzen. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet beispielsweise jungen Männern und Frauen zwischen 16 und 27 Jahren die Möglichkeit, Hilfsbedürftige oder gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Dabei können sie wertvolle Lebens- und Berufserfahrungen im In- und Ausland sammeln. Die Dauer beträgt zwischen einem halben und einem Jahr, kann aber auf 18 Monate verlängert werden. Beim Bundesfreiwilligendienst gibt es nach oben keine Altersbeschränkung. Inhaltlich andere Schwerpunkte setzen das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), der Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG) sowie spezialisierte Angebote für junge Frauen, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Benachteiligte oder ältere Menschen.

Informationen zu Freiwilligendiensten finden Sie hier.

Gibt es einen Sonderurlaub für Engagierte?

Angestellte haben keinen generellen Anspruch zur bezahlten oder unbezahlten Befreiung von der Arbeit, um eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben. Jedoch sieht das Gesetz Freistellungsregelungen für bestimmte Gruppen vor – unter anderem für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und Engagierte in der Jugendpflege. Wer zum Beispiel mindestens 16 Jahre alt ist, kann Sonderurlaub für leitende, helfende und betreuende Tätigkeiten bei Jugend- und Kinderfreizeiten beantragen. Die Höchstgrenze liegt bei acht Kalendertagen pro Jahr. Näheres regelt das Sonderurlaubsgesetz in NRW.

Welche gesetzlichen Grundlagen gelten in NRW für freiwilliges Engagement?

Die Gesetzgebung fördert das Bürgerschaftliche Engagement durch rechtliche, organisatorische oder und finanzielle Regelungen. Das Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrechts sieht zum Beispiel vor, dass als gemeinnützig anerkannte Vereine keine Gewerbe- und Körperschaftssteuern abführen müssen. Zudem ist für viele Leistungen lediglich ein Umsatzsteuersatz von 7 Prozent zu leisten, und Spenden oder Mitgliedsbeiträge lassen sich steuerlich absetzen.
Steuerbegünstigt ist auch die sogenannte Übungsleiterpauschale. Sie gilt für nebenberufliche Tätigkeiten in den Bereichen Übungsleitung, Ausbildung, Erziehung, Betreuung und Pflege. Unter bestimmten Voraussetzungen können Ehrenamtliche pro Person und Jahr 2.400 Euro steuer- und sozialabgabenfrei als Aufwandsentschädigung erhalten. Einnahmen, die diesen Freibetrag übersteigen, müssen versteuert werden.
Der Bildungsurlaub ist schließlich der gesetzlich verbriefte Anspruch auf Weiterbildung. Angestellte sowie und Arbeiterinnen und Arbeiter dürfen demnach 3 bis 5 Tage im Jahr während ihrer Arbeitszeit an bestimmten Seminaren teilnehmen. Dieser Anspruch lässt sich neben der beruflichen Weiterqualifizierung auch für Fortbildungen nutzen, die für das eigene freiwillige Engagement hilfreich sind.

Informationen zu gesetzlichen Grundlagen finden Sie hier.

Welchen Versicherungsschutz haben Ehrenamtliche in NRW?

Viele Ehrenamtliche genießen den Schutz einer gesetzlichen, für sie beitragsfreien Unfallversicherung. Das gilt zum Beispiel für Aktive, die sich für Wohlfahrtsverbände, in Betriebsräten oder als Schöffen engagieren. Seit 2005 sind Aktive auch dann gesetzlich unfallversichert, wenn sie sich für Vereine, beispielsweise im Auftrag von Bund, Ländern oder Kommunen ehrenamtlich einsetzen. Auf Antrag kann sich ebenso freiwillig versichern lassen, wer im Auftrag eines Vorstands herausgehobene Aufgaben wahrnimmt – etwa als die Leitung eines Festausschusses. Für ehrenamtlich bestellte Betreuungen, Vormünder sowie Pflegerinnen und Pfleger hat das Land NRW darüber hinaus eine Sammel-Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung mit einer Sachschadensdeckung abgeschlossen.

Informationen zu den Landesversicherungen finden Sie hier.

Was ist der Engagementpreis NRW?

Mit seinem Engagementpreis NRW würdigt das Land vorbildliche Ehrenamt-Projekte und stellt sie der breiten Öffentlichkeit vor. Ausgelobt wird er vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in Zusammenarbeit mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Ein Gremium trifft eine Vorauswahl aus Hunderten Bewerbungen von Vereinen, Stiftungen und Bürgerinitiativen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Aus diesen zwölf Vorschlägen werden am Jahresende drei Preisträger bestimmt. Einer von ihnen wird in einem Online-Voting ermittelt, ein weiterer durch einen Juryentscheid. Schließlich wählt die NRW-Stiftung den Träger des Sonderpreises »Starkes Netzwerk: Heimat NRW!« aus.

Zum Engagementpreis NRW

Was ist ein Engagementnachweis?

Wer ehrenamtlich aktiv ist, kann sich sein Engagement offiziell bestätigen lassen. Der Landesnachweis NRW »Füreinander.Miteinander – Engagiert im sozialen Ehrenamt« ist ein landesweit einheitliches Dokument. Es belegt schwarz auf weiß, welche fachliche und soziale Kompetenzen im Einsatz für die gute Sache erworbenen wurden. Ausgestellt wird der Nachweis trägerübergreifend von einer Vielzahl an Organisationen – darunter die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, die evangelische und katholische Kirche sowie Freiwilligenagenturen und Bürgerstiftungen. Der Engagementnachweis öffnet seinen Inhaberinnen und Inhabern vielerorts neue Türen. Denn Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände aus ganz Nordrhein-Westfalen unterstützen die Initiative.

Zum Engagementnachweis

Was ist die Ehrenamtskarte NRW und für wen gilt sie?

Mit der NRW-weit gültigen Ehrenamtskarte honoriert das Land das dauerhafte Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Sie steht freiwillig Aktiven zu, die ein ehrenamtliches Engagement von durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr nachweisen. Inhaberinnen und Inhaber können Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen vergünstigt nutzen – zum Beispiel Museen und Schwimmbäder sowie Volkshochschulkurse, Kino und Theater. Gleichzeitig eröffnet die Ehrenamtskarte Angebote von Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Sport. Beantragen lässt sich die Karte bei Städten und Kreisen. Sie ist kostenlos und hat eine begrenzte Gültigkeit, die von Kommune zu Kommune unterschiedlich ist, sich aber meist auf zwei oder drei Jahre beläuft. Danach lässt sich eine neue Karte beantragen.

Informationen zur Ehrenamtskarte in NRW

Was ist eine Freiwilligenagentur?

Freiwilligenagenturen machen es sich zur Aufgabe, ehrenamtliches Engagement zu fördern und zu unterstützen. Dafür beraten sie zum Beispiel Menschen, die aktiv werden wollen, und vermitteln sie an passende Projekte. Je nach Träger und Arbeitsweise heißen die Agenturen »Freiwilligenzentrum«, »Freiwilligenbörse« oder »Freiwilligenzentrale«. Allesamt vermitteln sie zwischen Organisationen wie Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Initiativen, die ehrenamtliche Unterstützung suchen, und Freiwilligen, die sie anbieten. Auf Landesebene sind Freiwilligenagenturen oft in Landesarbeitsgemeinschaften der Freiwilligenagenturen (Lagfa) organisiert – so auch in NRW. Auf Bundesebene sind sie in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. (Bagfa) verbunden.

Informationen zu Freiwilligenagenturen in NRW

Was machen Wohlfahrtsverbände?

In NRW gibt es insgesamt 17 Verbände, die der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege angehören. Zu ihnen zählen die Regionalverbände der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas, die Diakonie und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Kultusgemeinde. Sie setzen sich mit ihrer Arbeit dafür ein, dass Menschen mit sozialen oder gesundheitlichen Problemen schnelle Hilfe und dauerhaft Unterstützung erhalten. Dabei sind sie auf den ehrenamtlichen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. Damit diese sich angemessen engagieren können, verpflichten sich die Verbände, zuverlässige und entgegenkommende Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement zu schaffen.

Informationen zur Freien Wohlfahrtspflege in NRW

Welche Ansprechpartner für Engagement gibt es in NRW?

Bei Fragen rund um das Thema Ehrenamt können übergeordnete Träger und vernetzte Verbände erfahrungsgemäß gut weiterhelfen.

Hier finden Sie hilfreiche Informationen zur Ehrenamtskarte, zu den wichtigsten Akteuren in NRW sowie zu den Landesverbänden.

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