Tante Emma macht Schule: Ein Dorf packt an

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Gespeichert von Tim Strehlau am 30. April 2018
Frohngauer Dorftreff: Gebäude Alte Schule

Tante Emma macht Schule: Ein Dorf packt an

Engagement des Monats August 2018

Engagementpreis NRW | Ein leerstehendes altes Schulgebäude in Frohngau hat sich durch das freiwillige Engagement einer Vereinsgemeinschaft zu einer überlebenswichtigen Einrichtung der Nahversorgung und des Gemeinschaftslebens entwickelt. Der neue Dorftreff verbindet die Generationen, fördert den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und erhält die Lebensqualität im historischen Ortskern einer ländlichen Eifelgemeinde.

 

Ländliche Regionen sind für viele Menschen in NRW Orte zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Doch Bevölkerungsrückgang und Abwanderung stellen sie zugleich vor große Herausforderungen. Um Zukunftsperspektiven für Menschen in ländlichen Räumen zu schaffen und die vorhandene Vielfalt zu erhalten, sind auch die Ideen und das freiwillige Engagement der Bürger/innen gefragt.

Und deshalb freut sich in der Eifel ein ganzes Dorf, dass Tante Emma wieder da ist. Zwar nicht als reale Person, aber doch im übertragenen Sinne. Denn in Frohngau – einem im Kreis Euskirchen liegenden Ortsteil der Gemeinde Nettersheim mit überschaubaren 450 Einwohnerinnen und Einwohnern – hat sich die denkmalgeschützte alte Volksschule mit tatkräftiger Hilfe von engagierten Bürger/innen in ein neues dörfliches Zentrum verwandelt, Tante-Emma-Laden inklusive.

So zielt das Frohngauer Projekt mit Unterstützung der Kommune Nettersheim darauf, einen Teil der nötigen Infrastruktur für die kommunale Daseinsvorsorge vor Ort bürgerorientiert und nachhaltig zu organisieren – und das an einem Ort, der unter den üblichen Gesichtspunkten von Markt und Wettbewerb nicht rentabel scheint, der aber gleichwohl eine hohe Gemeinwohlrendite verspricht.

Wie es zur Rückkehr von Tante Emma gekommen ist, wissen Norbert Crump und Michael Schmitz noch sehr genau. Nachdem die Schließung des im alten Schulgebäude untergebrachten Kindergartens im Jahr 2011 zunächst »große Bestürzung« im Ort ausgelöst hatte, wurde in der Dorfgemeinschaft kreativ über Möglichkeiten der Nach- und Neunutzung der Immobilie nachgedacht, erinnern sich die beiden Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft Frohngau. Zugleich signalisierte die Gemeinde Nettersheim ihre Bereitschaft, auch unkonventionelle Ideen mitzutragen. So gab es auf einmal eine realistische Perspektive für die Idee, aus der alten Schule einen neuen Dorftreff zu machen, der »Nahversorgungsangebot und Begegnungsstätte« zugleich sein sollte.

Gesagt, getan: heute kümmert sich ein eigens gegründeter Verein als Träger auf rein ehrenamtlicher Basis um die erfolgreiche Umsetzung der Idee. Dorothea Kurth ist mit ihrem Team für den Dorftreff und dessen vielfältigen Angebote verantwortlich. Sie weist durchaus stolz darauf hin, dass der Dorftreff »kostendeckend« betrieben wird.

Der Frohngauer Dorftreff habe sich zu einer »wichtigen Einrichtung für die gesamte Region« entwickelt, die Einwohner/innen aus Frohngau und den Nachbarorten »kommen regelmäßig zum Einkaufen, Frühstücken oder zum Kaffeetrinken« oder zu den vielen Sonderveranstaltungen, die über das Jahr angeboten werden. Aber auch zahlreiche Wandergruppen sorgen dafür, dass der Dorftreff bestens angenommen wird. Und das dies auch in Zukunft so bleibt, daran hegen alle Beteiligten keine Zweifel.

Kontakt und Ansprechpartnerin
Frohngauer Dorftreff – Alte Schule e. V.
Dorothea Kurth (Erste Vorsitzende
Holzmülheimer Straße 4)
53947 Nettersheim-Frohngau
Mail: KurthDorothea@web.de
Web: www.frohngau-eifel.de

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