Studie: Freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe

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Ansammlung von bunten Holzmännnchen
16. März 2018

Studie: Freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe

Aktuelle Meldung | Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Ergebnisse einer repräsentativen Untersuchung veröffentlicht, die die gesellschaftliche Relevanz freiwilligen Engagements in der Flüchtlingshilfe mit konkreten Zahlen unterstreichen. Insgesamt 25 Prozent der Bevölkerung leisteten zwischen 2015 und heute aktive Hilfen für Geflüchtete, darunter 9 Prozent, die zuvor noch nicht anderweitig engagiert waren.

 

Parallel zur wachsenden Zahl der Geflüchteten im Jahr 2015 wuchs auch das Engagement der deutschen Bevölkerung zur Unterstützung und Integration dieser Menschen. Für die stark beanspruchten Kommunen war die breite Unterstützung eine unverzichtbare Hilfe. Vielerorts wurden die Angebote zur Betreuung und zur Integration vor allem von Ehrenamtlichen getragen. Über 90 Prozent der Befragten beschrieben das Engagement in ihrer Kommune als beträchtlich und schilderten zudem eine sehr gute Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen.
 
Dieses Engagement untersuchte das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in zwei Stufen genauer: Im ersten Teil wurden im April 2017 1.387 Personen ab 16 Jahren im gesamten Bundesgebiet grundsätzlich zu freiwilligem Engagement in der Flüchtlingshilfe befragt. In einem zweiten Teil wurden aktive Helferinnen und Helfer in 558 Interviews ausführlicher in den Blick genommen.

Die Ergebnisse

  • 55 Prozent der Bevölkerung haben seit 2015 Flüchtlinge in Deutschland in irgendeiner Weise unterstützt, durch Sach- und Geldspenden, durch öffentliche Fürsprache in Leserbriefen und Unterschriftenaktionen oder durch aktive Hilfen.
     
  • Insgesamt 25 Prozent der Bevölkerung leisteten zwischen 2015 und heute aktive Hilfen für Geflüchtete, darunter 9 Prozent, die zuvor noch nicht anderweitig engagiert waren. Ein beträchtlicher Aktivierungsschub durch die Ereignisse seit dem Herbst 2015 ist deutlich erkennbar.
     
  • Helferinnen und Helfer für Flüchtlinge gibt es in allen sozialen Gruppen. Der Kreis der Engagierten ist ähnlich zusammengesetzt wie die Gesellschaft insgesamt. Angetrieben werden die Engagierten häufig vom Wunsch, Menschen zu helfen.
     
  • Die meisten Befragten beschreiben die Beziehungen zwischen den Flüchtlingen und den Helferinnen und Helfern als gut. Drei Viertel berichten über eine gute Stimmung unter den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.
     
  • Bei einigen der Aktiven gibt es jedoch auch Frustrationssignale. Offene Ablehnung gegenüber den Geflüchteten in der Kommune haben 28 Prozent der Flüchtlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer miterlebt. 24 Prozent geben an, sie seien selbst wegen ihres Engagements bereits angefeindet oder beleidigt worden.
     
  • Die Flüchtlingshilfe profitiert erheblich davon, dass der größte Teil derer, die als aktive Helferinnen und Helfer tätig wurden, auch an anderer Stelle engagiert war und ist. Von den aktuell Aktiven sind rund drei Viertel auch in anderen Bereichen engagiert. 74 Prozent der heute aktiven Helferinnen und Helfer haben ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe erst nach 2015 begonnen. Diese Aktiven haben in der Regel vor sich auch langfristig in der Flüchtlingshilfe zu engagieren.
     

Die Studie erlaubt das Fazit, dass die sogenannte Flüchtlingskrise nicht nur beträchtliche Kräfte in der Zivilgesellschaft zur zeitlich begrenzten Krisenbewältigung geweckt hat, sondern zu einem dauerhaften Gewinn für das freiwillige Engagement insgesamt beigetragen hat.

Weitere Informationen zur Studie auf dem Portal des BMFSFJ

Die Studie im Wortlaut (PDF)
 

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