Sportjugend Kreis Coesfeld: Feuer und Flamme für Kinder- und Jugendpolitik

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Gespeichert von Björn Lappe am 6. Juli 2020
Zwei junge Frauen schreiben auf großem Banner Texte unter dem Slogan "Interessen junger Menschen groß schreiben".

Sportjugend Kreis Coesfeld: Feuer und Flamme für Kinder- und Jugendpolitik

Engagement des Monats November 2020

Engagementpreis NRW | Auf der Twister-Matte mit dem Landratskandidaten oder im Gespräch mit der Europaabgeordneten bei virtuellem Kaminfeuer – ein engagiertes Team der Sportjugend Kreis Coesfeld schafft seit einigen Jahren besondere Begegnungsmöglichkeiten für Politiker/innen und junge Menschen im Kreis Coesfeld. Im lockeren Austausch haben die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, mit Amtsträger/innen und Abgeordneten zu diskutieren. Mit ihrem Projekt »Feuer und Flamme für Kinder- und Jugendpolitik« machen die Engagierten deutlich, dass junge Menschen politikinteressiert sind und eigene Wünsche und Forderungen in verschiedenen Themenfeldern haben.

 

»Als Sportjugend erreichen wir viele junge Menschen, für die das politische Geschehen manchmal eher weit weg ist. Mit unseren Aktionen soll Politik konkret erlebbar werden und Diskussionen auf Augenhöhe ermöglicht werden«, erläutert Katharina Ahlers, Vorsitzende der Sportjugend im Kreissportbund Coesfeld, die Zielsetzung ihres Engagements. Als mitgliedschaftsstärkster Kinder- und Jugendverband im Kreis Coesfeld und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe vertritt die Sportjugend die Interessen von rund 30.000 Kindern und Jugendlichen sowie der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendabteilungen der Sportvereine gegenüber Politik und Verwaltung. Ein wichtiges Standbein hierbei ist der direkte Austausch zwischen Jugend und Politik. Und der soll sich nicht in Vorträgen der Politikprofis erschöpfen.
 

Deshalb konzipiert das Projektteam aus Mitgliedern des Sportjugend-Vorstandes und rd. 20-30 jungen Engagierten aus den Vereinen im Kreis seit 2013 immer wieder neue Formate, um den Gesprächsfaden zwischen der Kreisjugend und der Politik nicht abreißen zu lassen. Zu den Aktionen zählten u.a. schon Kamingespräche, Politpicknicks, ein »Kandidatengrillen«, Fahrten zum Land- und Bundestag oder das Anbringen eines Riesenbanners am Kreishaus mit den Forderungen der jungen Menschen. In Kooperationen mit Schulen und Jugendeinrichtungen richtet die Sportjugend zudem regelmäßig U18-Wahllokale im Kreis Coesfeld zu den Landtags-, Bundestags- und Europawahlen ein. Zielgruppe der Aktionen ist nicht nur der Sportnachwuchs, sondern alle jungen Menschen im Kreis.

Zu den wiederkehrenden Formaten zählen auch die jugendpolitischen Kamingespräche. Diese bringen zweimal im Jahr junge Menschen mit Politiker/innen aus den verschiedenen Parteien oder Expert/innen zusammen. In lockerer Atmosphäre wird abends bei Kaminfeuer, das in der Regel auf einem Bildschirm lodert, jeweils ein vorher von den Jugendlichen bestimmtes Thema mit Politiker/innen diskutiert, zum Beispiel Inklusion, Mobilität im ländlichen Raum oder E-Sport. Nicht selten wird in kleineren Grüppchen nach Ende der Redezeit weiter diskutiert. »Wir hatten zum Beispiel ein Kamingespräch zum Thema »Europa« im Vereinsheim des SC Union Lüdinghausen, bei dem die Politiker noch zwei Stunden länger geblieben sind und mit den Jugendlichen gesprochen haben«, berichtet Katharina Ahlers von einem Termin, der in die Verlängerung ging. Mit dem Maskottchen »Spoju«, einer Mischung aus Drachen und Alien, sind die Kamingespräche – wie die anderen Aktionen auch – immer wieder in anderen Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld zu Gast. Wichtig ist den Organisator/innen die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV. Aber auch ein Shuttle-Service von und zum nächsten Bahnhof wurde schon eingerichtet.

Bei Politpicknicks, die regelmäßig vor Wahlterminen auf dem Programm der Sportjugend stehen, kommen die Jugendlichen stets etwas früher als die Politiker/innen zusammen und erhalten Informationen über die Wahlen, Parteien und Kandidat/innen. Sie klären auch, welche Themen sie interessieren und welche Fragen sie haben, damit sie sich später trauen, diese auch zu stellen. Im Anschluss wird mit den Politiker/innen gemeinsam in einem Park gepicknickt und über die zuvor gesammelten Themen diskutiert. Immer wieder werden Vorschläge der Jugendlichen für die Gestaltung der Picknicks aufgegriffen. So bewegen sich die Teilnehmenden schon einmal im Zuge einer Partie »Werte-Crossboccia« durch die Grünanlage oder werden die Politiker/innen zu einer Twister-Diskussion auf die bunte Spielmatte gebeten.

Als Variante der Picknicks organisierte das Projektteam im Sommer 2020 ein »Kandidatengrillen« im Vorfeld der Landratswahlen. Zwei Kandidaten wurden bei Würstchen, Halloumi-Käse und Gemüsespießen vom Rost mit einer ganzen Reihe von Fragen zu Engagementförderung, Klimaschutz oder Mobilität von den Jugendlichen »gegrillt«. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie organisierte das Team das Event kurzerhand digital. Alle Beteiligten, die sich angemeldet hatten, erhielten von den Organisator/innen im Vorfeld ein »Selbstgrillpaket« nach Hause geliefert und wählten sich mit einer vorbereiteten Frage von der Terrasse, dem Balkon oder von einer Wiese aus in die Videokonferenz mit den Politiker/innen ein.

»Wir haben einfach die Erfahrung gemacht, dass wir die jungen Menschen nicht mit Podiumsdiskussionen erreichen«, erklärt Katharina Ahlers das partizipative Vorgehen bei der Entwicklung neuer Formate, die alle eines gemeinsam haben: Sie sollen eine lockere Gesprächsatmosphäre ermöglichen. Bei den einzelnen Aktionen stehen immer die Interessen junger Menschen im Vordergrund. Für sie ist es besonders attraktiv, sich mit ihren Ideen und Vorstellungen frei entfalten zu können. Wenn sich mit den Gesprächen und Aktionen dann auch noch etwas bewegen lässt, motiviert das zusätzlich: So ist etwa der Vorschlag eines »Juleica-Funtickets« im Kreis Coesfeld durchgesetzt worden. Inhaber/innen der Juleica-Card, mit der die regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit ausgewiesen wird, können nunmehr bis zu ihrem 21. Geburtstag ein vergünstigtes ÖPNV-Ticket beziehen. Entstanden war diese Idee beim allerersten Kamingespräch der Sportjugend.

Das junge Projektteam möchte sich langfristig für die Interessen junger Menschen einsetzen und dafür sorgen, dass die Forderungen der Jugend im Kreis verwirklicht werden. »Wir merken, dass unser Engagement für Kinder- und Jugendpolitik gewinnbringend für alle Seiten ist«, resümiert Katharina Ahlers. Auch die Politiker/innen schätzen die gut vorbereiteten Formate, die einen direkten Austausch mit jungen Menschen aus dem Kreis ermöglichen und ihnen erlauben, mit eigenen Fragen auf die Jugend zugehen zu können. Nach jedem Termin beurteilt das Projektteam, was funktioniert und was nicht funktioniert hat und verändert gegebenenfalls das Vorgehen. Als eine Lehre aus der Coronavirus-Pandemie denken die Engagierten nun auch verstärkt über ergänzende, digitale Formate nach, mit denen sie auch noch einmal neue Zielgruppen erreichen möchten. Doch ob von Angesicht zu Angesicht oder über digitale Medien, wichtig ist und bleibt: der Funke für Jugendpolitik soll überspringen.

Kontakt und Ansprechpartnerin:
Sportjugend Kreissportbund Coesfeld e.V.
Katharina Ahlers
Vorsitzende
Borkener Straße 13
48653 Coesfeld
Tel. (0 16 23) 29 51 37
E-Mail: spoju@ksb-coesfeld.de
Web: www.ksb-coesfeld.de

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