Nachbarschaftstreff im Althoffblock: engagiert für ein gutes Miteinander

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Gespeichert von Björn Lappe am 16. März 2021
Eine Gruppe von Menschen steht in einem Innenhof rund um Hochbeet.

Nachbarschaftstreff im Althoffblock: engagiert für ein gutes Miteinander

Engagement des Monats April 2021

Engagementpreis NRW | Wenn Menschen vereinsamen oder Unterstützungsmöglichkeiten wegbrechen, kann nachbarschaftliche Verbundenheit eine wichtige Stütze sein: Für diese Erkenntnis haben die Aktiven des Nachbarschaftstreffs im Dortmunder Althoffblock keine Corona-Pandemie gebraucht. Bereits seit über zwanzig Jahren organisieren sie mit viel bürgerschaftlichem Engagement verlässliche Begegnungsangebote von Nachbar/innen für Nachbar/innen. Mit einer großen Zahl an außerordentlich vielfältigen Gruppenaktivitäten, Veranstaltungen und Projekten erreichen die Engagierten des Nachbarschaftstreffs jeden Monat mehrere hundert Anwohner/innen und beleben ihr Wohnumfeld nachhaltig.

 

Ursprünglich vor über 100 Jahren noch in der Kaiserzeit für Arbeiter und Angestellte erbaut, ist der denkmalgeschützte Althoffblock südwestlich der Dortmunder Innenstadt heute für Jung und Alt eine beliebte Wohnadresse. Etwa 2.000 Wohnungen verteilen sich auf sieben Wohnkarrees, die ihrerseits weitläufige grüne Innenhöfe umschließen. Doch schätzen viele der Bewohner/innen neben der außergewöhnlichen Wohnlage vor allem das gute Miteinander der Menschen vor Ort. Und für dieses Miteinander ist nicht zuletzt der Nachbarschaftstreff im Althoffblock verantwortlich, der als ein Kooperationsprojekt des Caritasverbandes Dortmund e. V. und der Wohnungsbaugenossenschaft Spar und Bauverein eG im Juni 2000 entstand. Bei einer Umfrage unter allen Haushalten des Wohnquartiers zu den Themen »Nachbarschaft und Nachbarschaftshilfe« hatte sich damals der Wunsch nach einem Treffpunkt für alle Nachbar/innen herauskristallisiert.
 

»Der Strukturwandel in Gesellschaft, Familie und Alter zieht immer mehr einen Verlust von Halt gebenden Beziehungen in Familie und Arbeit nach sich. Oft finden Menschen selbst für einfachste Lebensfragen keinen Ansprechpartner mehr. Der Nachbarschaftstreff wird aufgrund verlässlicher Begegnungen nicht zufällig von einigen als ›zweite Familie‹ oder als ›Familienersatz‹ erlebt«, fasst die pädagogische Leiterin Gerlind Domnick die Bedeutung des Treffs für die Menschen im Quartier zusammen. Domnick, Mitarbeiterin des Caritasverbandes, koordiniert das Engagement von rund 55 Anwohner/innen, die sich mit Angeboten von der Krabbelgruppe bis zum Senioren-Erzählcafé einbringen und den Nachbarschaftstreff mit Leben füllen.

Die Räume des Nachbarschaftstreffs bieten Platz für zahlreiche Spiel-, Kreativ- und Gesundheitsangebote. Gemeinsame Runden zum Frühstücken, Kochen oder Kaffeetrinken werden als Möglichkeit zum Austausch ebenfalls sehr gut angenommen. Andere Angebote wiederum finden unter freiem Himmel statt: Eine Gruppe begeisterter Spieler/innen trifft sich etwa in einem der Innenhöfe auf der Boccia-Bahn, eine andere Gruppe kommt zu begleiteten Quartiersspaziergängen zusammen. Mehr als dreißig regelmäßige Gruppenangebote für alle Altersgruppen erreichen durchschnittlich 600 Teilnehmer/innen, die vorrangig, jedoch nicht ausschließlich, aus dem Althoffblock kommen. Jeden Tag finden bis zu sechs Termine statt. Die ehrenamtlichen Gruppenleiter/innen sind sich einig: »Wer etwas gibt und sich für andere engagiert, hat daraus auch einen eigenen persönlichen Gewinn.«

Von Anfang an haben Haupt- und Ehrenamtliche den Nachbarschaftstreff gemeinsam getragen. Schon als der Wunsch nach einem Treffpunkt im Raum stand, wurde das Konzept für die Gestaltung des Nachbarschaftstreffs von den Trägern gemeinsam mit interessierten Anwohner/innen erarbeitet. Einmal im Monat kommt eine 12-köpfige »Konzeptgruppe« zusammen. In diesem Kreis besprechen die pädagogische Leiterin und die Engagierten allerlei organisatorische Fragen und beraten über die Programmgestaltung. Neue Ideen werden eingebracht und abgewogen: Was geht oder was passt nicht zum Nachbarschaftstreff? Wofür sind die Räume zu klein? Für welche Zielgruppen fehlen Angebote?

Die Ehrenamtlichen leiten ihre Angebote eigenverantwortlich aufgrund von Interessen und Fähigkeiten und sind zuständig für eine gutes Miteinander in ihrer Gruppe. Gerlind Domnick freut sich über die verantwortungsvolle Herangehensweise der Engagierten: »Sie handeln mit einem hohen Maß an Aufmerksamkeit und Verantwortung füreinander. Mit ihrem Einsatz schaffen sie Kontaktmöglichkeiten und helfen bei der Bewältigung kleiner Alltagsprobleme bis hin zur Überwindung von Lebenskrisen.« Bei Rückfragen und Unterstützungsbedarf steht sie den Ehrenamtlichen als hauptamtliche Ansprechpartnerin vor Ort zur Seite.

Einzelveranstaltungen und Projekte werden gemeinsam vorbereitet und gestaltet. Hierzu gehören etwa Ausflüge zum »Dortmunder U« oder zum beliebten Phoenixsee, kleine Kinovorführungen oder der »Verschenke-Tag«, ein Gratis-Flohmarkt für den Althoffblock. Projekte wie ein Repair-Café oder die gemeinsame Pflege von vier Hochbeeten drehen sich um ökologische Fragestellungen. Mit dem »Althoffblättchen« und einer Auflage von 2.500 Exemplaren ist der Treff außerdem Herausgeber einer kleinen Quartierszeitung – natürlich ebenfalls ehrenamtlich erstellt. »Über Bildung, Begegnung und Freude am gemeinsamen Tun wachsen tragfähige nachbarschaftliche Beziehungen«, stellt Gerlind Domnick mit Blick auf die große Bandbreite an Aktivitäten fest.

Wie an vielen anderen Orten, wo Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas gestalten, bremste die Corona-Pandemie zuletzt auch die Arbeit des Nachbarschaftstreffs aus. Seit dem Frühjahr 2020 konnten in einigen Monaten keinerlei Gruppenangebote und Veranstaltungen stattfinden. Stattdessen organisierte der Nachbarschaftstreff Einkaufshilfen und Telefonpatenschaften. Außerdem wurde sonntags gemeinsam im Innenhof gesungen, um das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken. Im Althoffblock profitieren sie nun in einer schwierigen Situation von den gewachsenen nachbarschaftlichen Beziehungen und wollen diese im Verbund von Engagierten und Hauptamtlichen um Gerlind Domnick auch weiterhin stärken: »Gemeinsam verbessern wir die sozialen Lebensbedingungen vor Ort – Tag für Tag.«

Kontakt und Ansprechpartnerin:
Nachbarschaftstreff im Althoffblock
Gerlind Domnick
Pädagogische Leiterin
Steubenstr. 16
44137 Dortmund
Tel. (0231) 7214970
E-Mail: nachbarschaftstreff@caritas-dortmund.de
Web: www.nachbarschaftstreff-althoffblock.de

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