Mobile Retter: Eine App macht Alarm

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Gespeichert von Tim Strehlau am 29. Januar 2019
Bewusstloser Mann auf Bank - Frau eilt zur Hilfe

Mobile Retter: Eine App macht Alarm

Engagement des Monats Februar 2019

Engagementpreis NRW | Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist Schnelligkeit gefragt. Bis der Rettungsdienst vor Ort ist, vergehen zwangsläufig einige Minuten. Doch mit jeder Minute früher, in der mit der Reanimation begonnen werden kann, steigen die Überlebenschancen der Betroffenen. Vor diesem Hintergrund hat der Kreis Kleve das Projekt »Mobile Retter« in Zusammenarbeit mit dem »Mobile Retter e.V.« gestartet. Im Mittelpunkt stehen ehrenamtlich engagierte mobile Helferinnen und Helfer, die über eine eigens entwickelte App alarmiert und auf direktem Wege zu ihren lebensrettenden Einsätzen gelotst werden.

 

Die Statistik zeigt: Bundesweit sterben in Deutschland jedes Jahr über 70.000 Menschen infolge eines Herz-Kreislauf-Stillstandes – und das trotz versuchter Reanimation. Der gemeinnützige Verein Mobile Retter hilft dabei, diese traurige Zahl zu reduzieren, indem medizinisch qualifizierte freiwillige Ersthelferinnen und Ersthelfer durch die Leitstelle des Notrufs 112 jederzeit und an jedem Ort über eine App auf ihrem Smartphone geortet und parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden.

Der Kreis Kleve – Verwaltungssitz am Niederrhein mit mehr als 311.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – hat sich 2017 als einer der ersten Kreise bundesweit dazu entschlossen, auf seinem Kreisgebiet das Projekt zu unterstützen. Seitdem haben sich im Kreis Kleve zwischen Kranenburg, Emmerich am Rhein und Wachtendonk bereits mehr als 360 Menschen als aktive freiwillige Mobile Retter/innen registriert, sagt Wolfgang Spreen, Landrat des Kreises Kleve. Darunter sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kooperierenden Rettungsdienstes, der Hilfsorganisationen und der Freiwilligen Feuerwehren ebenso wie Ärztinnen und Ärzte, Praxis- und Klinikpersonal und Pflegekräfte – alles Menschen, »die durch ihren beruflichen oder ehrenamtlichen Hintergrund ohnehin über gute Kenntnisse der Ersten Hilfe verfügen«, wie Landrat Wolfgang Spreen erklärt. Insgesamt wurden sie im Kreis Kleve bislang in über 450 Einsätzen tätig, in mehr als der Hälfte trafen sie dabei vor dem Rettungsdienst ein.

Jürgen Baetzen, Fachbereichsleiter Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz im Kreis Kleve erläutert, wie das System funktioniert: »Nach Eingang eines Notrufes bei der Kreisleitstelle Kleve löst der Einsatzbearbeiter in allen Fällen von Herz-Kreislaufstillständen neben der Alarmierung der erforderlichen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes zusätzlich einen ‚Mobile-Retter-Alarm’ aus. Das System ortet dann alle in einem festgelegten Radius um den Einsatzort befindlichen Mobilen Retter und fragt über die App ab, ob Einsatzbereitschaft besteht. Die ersten drei positiven Rückmeldungen erhalten dann die Angaben zum Einsatzort.«

Nach Annahme des Einsatzes machen sich die Mobilen Retter so schnell wie möglich auf den Weg, wobei die Navigation ebenfalls über die App unterstützt wird. Dort angekommen »können sie sich über die App ausweisen, denn dort wird für jeden Einsatz ein Identifikationsausweis erzeugt«, so Baetzen. Auch die Ankunft am Einsatzort werde über die App an die Kreisleitstelle übermittelt. Nach dem Einsatz protokolliert der oder die Mobile Retter/in Fakten zum Sachverhalt anonymisiert in der App. Für die Zukunft strebt der Mobile Retter e.V. im Zusammenspiel mit dem Kreis Kleve auch eine »kreisgrenzenüberschreitende Alarmierung« an, so dass Mobile Retter/innen auch außerhalb ihres eigentlichen »Heimatbereiches« zum Einsatz kommen können.

Nach zwei Jahren erfolgreicher Erprobungsphase fällt das Fazit des Kreises Kleve nur positiv aus: »Das Projekt rettet Leben«, sind Wolfgang Spreen und Jürgen Baetzen überzeugt. Und was lässt sich Schöneres über ein auf viel freiwilligem Engagement basierendes Angebot sagen.

Kontakt und Ansprechpartner
Mobile Retter im Kreis Kleve    
Jürgen Baetzen
Fachbereichsleiter Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz
Nassauerallee 15-23
47533 Kleve
Tel. (0 28 21) 85-51 4
Web: www.kreis-kleve.de/de/fachbereich7/mobile-retter/
E-Mail: info@kreis-kleve.de

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