Barrierefreiheit im Ehrenamt (Einfache Sprache)

Barrierefreiheit im Ehrenamt

Ihr macht bei einem Verein mit – vielleicht habt ihr dort sogar eine wichtige Aufgabe? Seit einiger Zeit überlegt ihr: Wie können wir unseren Verein so gestalten, dass alle mitmachen können? Auch Menschen, die durch Barrieren Schwierigkeiten haben? Vielleicht wollt ihr, dass auch diese Menschen sich in eurem Verein engagieren?

Das wollen wir unterstützen. Darum gibt es auf dieser Seite Infos und Tipps, wie euer Verein für alle offen sein kann.

Was „Barrierefreiheit“ genau bedeutet, steht im Behindertengleichstellungsgesetz. Dort steht: Barrierefreiheit ist wichtig, damit alle Menschen überall mitmachen können – auch in Vereinen oder Projekten, bei denen sich Menschen freiwillig engagieren.

Das heißt: Barrierefreiheit hilft dabei, dass alle dazugehören können – auch in Vereinen, Initiativen und Gruppen. Barrierefreiheit heißt nicht nur, dass Gebäude gut zugänglich sind. Es geht auch darum, dass alle gut verstehen können, worum es geht. Dass man offen ist für alle. Und dass alle mitentscheiden dürfen.

Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig. Auch ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen können durch Barrieren Nachteile haben.

Menschen, die durch Barrieren benachteiligt werden, und auch die ganze Gesellschaft haben etwas davon, wenn alle gut zusammenleben können. Aber nicht nur das: Wir alle tragen gemeinsam die Verantwortung, dass die Gesellschaft barrierefrei wird – also so, dass alle mitmachen können.

Jeder von uns kann helfen, dass das Leben für alle offener wird – zum Beispiel im Ehrenamt. Das heißt: Auch in Vereinen oder Gruppen, in denen Menschen freiwillig mitarbeiten, kann man etwas für Barrierefreiheit tun.

Es gibt viele gute Gründe, warum euer Verein barrierefreier werden sollte. Nicht nur, weil es fair ist, sondern weil es dem Verein auch hilft. Hier sind einige Gründe:

1. Neue Mitglieder finden und den Verein erhalten

Immer weniger Menschen möchten ein festes Amt im Verein übernehmen. Damit euer Verein weiter bestehen kann, ist es wichtig, dass Menschen dabeibleiben und neue dazukommen. Dafür solltet ihr möglichst viele Menschen ansprechen – auch solche, die durch Barrieren benachteiligt sind. Wenn ihr euren Verein barrierearm gestaltet, können auch diese Menschen mitmachen.

2. Neue Sichtweisen bekommen

Menschen, die Barrieren erleben, bringen neue Erfahrungen und Ideen mit. Sie sehen manche Dinge anders – und das kann für den Verein sehr wertvoll sein. Wenn viele unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten, entstehen oft bessere Ideen. Das fördert Kreativität, Offenheit und Verständnis füreinander.

3. Mehr Aufmerksamkeit von außen

Ein barrierefreier Verein ist ein gutes Beispiel für Inklusion. Das finden auch Partner, Geldgeber und die Öffentlichkeit gut. Wenn ihr euch auf den Weg macht, euren Verein barrierefreier zu gestalten, wird das gesehen. So könnt ihr leichter Unterstützung bekommen – zum Beispiel durch neue Kontakte, Förderer oder Sponsoren. Das hilft euch auch dabei, eure Ziele besser zu erreichen.

Damit alle Menschen im Ehrenamt mitmachen können, müssen Barrieren abgebaut werden. Dafür müsst ihr zuerst schauen: Wo gibt es bei uns Barrieren?

Barrieren können an vielen verschiedenen Stellen sein. Deshalb ist es gut, ein paar wichtige Regeln zu beachten und sich diese Fragen zu stellen:

1.Können bei euch im Verein alle Orte nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Rollstuhl oder Rollator erreicht werden? (Das nennt man das Fuß-Rad-Prinzip – also: Gehen und Rollen sind beide möglich.)

2.Sind eure Informationen so gemacht, dass man sie auf mindestens zwei Arten aufnehmen kann – zum Beispiel sehen und hören oder hören und tasten? (Das nennt man das Zwei-Sinne-Prinzip – für Menschen, die nicht gut sehen oder hören können.)

3.Sind eure Inhalte im Internet so gestaltet, dass alle sie gut nutzen können – egal, ob mit Maus, Tastatur oder Hilfsmitteln? (Dazu gehören vier Dinge: Man muss sie gut wahrnehmen, bedienen, verstehen können, und sie müssen zuverlässig funktionieren.)

 

Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr erste Schritte in Richtung Barrierefreiheit machen könnt.

Hier ein paar Tipps, wie ihr anfangen könnt – und dabei motiviert bleibt:

1. Alle mitnehmen

Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, müsst ihr auch die anderen im Verein dafür gewinnen. Das gilt auch für das Thema Barrierefreiheit. Wichtig ist: Alle im Verein sollten offen und interessiert sein. Nur wenn die Menschen verstehen, warum Barrierefreiheit wichtig ist, machen sie auch mit.

2. Nicht alles neu machen

Ihr müsst nicht alles selbst erfinden. Andere Gruppen und Vereine haben schon gute Ideen ausprobiert. Vielleicht passen manche davon auch zu euch. Schaut euch zum Beispiel die Videos aus der Reihe „Engagiert für Barrierefreiheit“ an. Dort erzählen andere Vereine, wie sie Barrierefreiheit umgesetzt haben.

3. Auch kleine Schritte zählen

Barrierefreiheit braucht Zeit. Es ist normal, dass es nicht sofort perfekt ist. Aber jeder kleine Schritt ist ein guter Anfang. Auch kleine Veränderungen helfen, damit Menschen mit Einschränkungen besser mitmachen können. Und: Ihr habt schon einen wichtigen Schritt gemacht – ihr habt erkannt, dass das Thema wichtig ist.

Ab dem 28. Juni 2025 müssen viele Internetseiten und digitale Angebote barrierefrei sein. Das steht im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Ob euer Verein davon betroffen ist, solltet ihr bald prüfen.

Dabei helfen euch diese Angebote:

Ein Erklärvideo der Bundesfachstelle Barrierefreiheit erklärt das Gesetz einfach und kurz. Dort erfahrt ihr, was genau das Gesetz bedeutet.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat eine Übersicht zum Gesetz erstellt. Die Infos richten sich zwar an Sportvereine, gelten aber auch für andere Vereine und Initiativen. Schaut euch die Übersicht unbedingt an – sie kann auch euch weiterhelfen!

 

Wie kann man Hindernisse im Verein abbauen? Ausgewählte Angebote zum Thema

Viele Menschen und Organisationen haben in den letzten Jahren gelernt, wie man Barrieren abbauen kann. Ihr Wissen teilen sie jetzt mit anderen – auch mit Menschen, die sich in Vereinen oder Projekten engagieren. Hier findet ihr eine Auswahl an hilfreichen Angeboten.

Externer Teaser

Themenreihe "Engagiert für Barrierefreiheit"

Was bedeutet Barrierefreiheit im Ehrenamt? Und wie können wir Hindernisse vor Ort abbauen? Wie können wir Texte, Internetseiten und die Kommunikation so gestalten, dass alle sie gut nutzen können? In unserer Themenreihe „Engagiert für Barrierefreiheit“ haben viele Fachleute gezeigt, was Vereine tun können. Sie haben erklärt, warum es gut ist, wenn alle Menschen mitmachen können. Die Online-Vorträge und Workshops wurden aufgenommen.