Klimawandel statt Kohle: Ein Bürgerverein belebt den Stadtteil

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Klimawandel statt Kohle: Ein Bürgerverein belebt den Stadtteil

Engagement des Monats März 2018

Engagementpreis NRW | Nicht abwarten, sondern gemeinsam durchstarten: in Ickern setzt sich ein engagierter Bürgerverein mit viel Schwung für ein neues Miteinander im Ort ein. So gelingt mit Riesenschritten, was vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar erschien: ein selbstbewusster und zukunftsfähiger Blick der Menschen auf ihren Stadtteil und seine Möglichkeiten.

 

Für das Ruhrgebiet der Jetztzeit ist die Geschichte Ickerns nicht ungewöhnlich: wie fast überall im Revier wurde auch der einwohnerstärkste und flächenmäßig größte Stadtteil Castrop-Rauxels mehr als ein Jahrhundert lang durch den Bergbau geprägt. Doch nach dem Niedergang der Montanindustrie und dem Ende der Kohleförderung Anfang der 1990er Jahre fiel es den etwa 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtteils an der Emscher schwer, in der schönen neuen Welt des Strukturwandels Fuß zu fassen.

 

Viele Bürgerinnen und Bürger Ickerns blickten bis heute »etwas wehmütig« auf die Blütezeit des Bergbaus zurück, meint Marc Frese, Vorsitzender des Bürgervereins Mein Ickern, viele der Einwohnerinnen und Einwohner empfänden die Entwicklung der letzten Jahrzehnte »als Abwärtsbewegung«. Zusammen mit vielen Geschäften und Freizeitangeboten sei »das Selbstbewusstsein« der Menschen verschwunden, das den Ortsteil einst stark gemacht hatte, meint Frese, und damit auch der Blick dafür, dass vor Ort trotz aller Herausforderungen »Perspektive und Potential« vorhanden ist.

Um dieser Abwärtsspirale etwas entgegensetzen zu können, gründeten Marc Frese und etliche Mitstreiter/innen im Jahr 2014 den gemeinnützigen Bürgerverein Mein Ickern und haben dadurch nach dem Ende des Kohlezeitalters einen Klimawandel der anderen Art in ihrer Kommune in Gang gesetzt, gegen den niemand protestieren kann. Im Zusammenspiel mit lokaler Politik und Verwaltung ist der Bürgerverein zu einem wichtigen Schrittmacher kommunalen Wandels geworden, der im Stadtteil bestens vernetzt ist und dessen ausschließlich ehrenamtlich und freiwillig tätige Mitglieder als »Multiplikator/innen im Stadtteil« wirken, wie Marc Frese erklärt.

Ein zentrales Ziel der Vereinsgründung sei es gewesen, »die Menschen in Ickern wieder aktiv miteinander ins Gespräch zu bringen« und das wieder aufleben zu lassen, »was früher nach Feierabend in den Gaststätten und Kneipen üblich war: das Miteinander im Stadtteil erlebbar zu machen und Gemeinsamkeiten zu stärken«, sagt Marc Frese. Und das tun er und die mittlerweile fast 200 Mitglieder des Bürgervereins auf vielfältige Art und Weise. Ob Familienfest oder Bürgerpicknick, ob Maibaumaktion an der zentralen Einkaufsstraße oder die Instandsetzung eines Spielplatzes, ob Kräuterwanderungen oder Radwandertouren: das umfangreiche Jahresprogramm des Bürgervereins beinhaltet verschiedenste Angebote, die von den Menschen in Ickern bestens angenommen und eifrig genutzt werden.

Auch in Zukunft möchte der Verein den begonnenen Dialog mit den Menschen als stabile Ausgangsbasis für gemeinsame Aktivitäten nutzen und auf seine Weise ein neues Selbstverständnis der Bewohner/innen im Stadtteil fördern und Handlungsoptionen aufzeigen. Und dass dies gelingt, davon ist Marc Frese überzeugt.

Kontakt und Ansprechpartner
Mein Ickern e.V.
Marc Frese (Vorsitzender)
Groppenbachstr. 65
44581 Castrop-Rauxel
E-Mail: vorstand@mein-ickern.de
Web: http://mein-ickern.de

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