An einem Tisch mit verschiedenen Kreativmaterialien, der auf einem Platz vor einem hohen Gebäude steht, sitzen beziehungsweise stehen eine Frau, ein Kind und zwei Jugendliche.

KjG St. Helena Rheindahlen: Jugend begeistert Jugend

Engagement des Monats November 2022

Engagementpreis NRW | Jedes Jahr stellen die Engagierten der Katholischen jungen Gemeinde St. Helena Rheindahlen unterschiedliche Ferienfreizeit- und Bildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auf die Beine und übernehmen die Kinderbetreuung auf lokalen Veranstaltungen und Festen. Mit viel Spaß und gezielten teamintegrativen Maßnahmen weckt das junge Leitungsteam das Interesse am Ehrenamt in der Jugendleitung. Mit Erfolg: Kontinuierlich stoßen motivierte Jugendliche zur Ortsgruppe hinzu und tragen das langjährige Engagement von jungen Menschen für junge Menschen weiter in die Zukunft.

Ob nach Meschede im Sauerland, Middelkerke in Belgien oder ins holländische Voorst: vier Mal im Jahr geht es für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Rheindahlen im Mönchengladbacher Westen mit Bus oder Bahn auf große Fahrt. Begleitet werden sie von den jungen Engagierten des Kinder- und Jugendverbands Katholische junge Gemeinde (KjG). Jedes Jahr organisiert das 25-köpfige ehrenamtliche Leitungsteam der Ortsgruppe verschiedene Ferienfreizeit- und Bildungsmaßnahmen, darunter eine Osterfahrt, ein Pfingstlager, ein Sommerlager und eine große Herbstfahrt.

»Die Planungen starten natürlich lange, bevor wir uns mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf den Weg machen«, berichtet Moritz Breuer aus dem Vorstand der KjG Rheindahlen. Vornehmlich an den Wochenenden kommen die Engagierten in den Räumen der örtlichen Pfarrgemeinde St. Helena zu ihren wöchentlichen Teamtreffen zusammen. »Dies ermöglicht uns, auch die ›Auswärtigen‹ in die Absprachen und Aufgabenverteilung miteinzubinden. Einige von uns studieren in Düsseldorf, Aachen oder Wuppertal, während sich andere in der Berufsausbildung befinden oder noch zur Schule gehen«, blickt Moritz Breuer auf die unterschiedlichen Lebensabschnitte, in denen sich die Ehrenamtlichen im Alter von 16 bis 26 Jahren befinden.

Neben administrativen und logistischen Aufgaben wie die Abstimmung mit den Verpächtern von Zeltplätzen und Selbstversorgerhäusern oder der Bereitstellung der Verpflegung liegt ein weiterer wichtiger Arbeitsschwerpunkt in der inhaltlichen Gestaltung der Freizeitfahrten. »Wir möchten die Kinder mit unseren Angeboten auf persönlicher und sozialer Ebene fördern und ihnen die Werte einer demokratischen, gleichberechtigten, sozial gerechten und friedlichen Gesellschaft vermitteln«, beschreibt Moritz Breuer, der mit dem Geburtsjahrgang 1998 schon zu den »alten Hasen« bei der KjG Rheindahlen zählt, die Zielsetzung. Abendshows, Quizformate und besonders die obligatorischen Lagerwahlen sorgen entsprechend nicht nur für Unterhaltung, sondern haben auch immer einen Bildungsaspekt. Damit auch der Spaß nicht zu kurz kommt, kann die KjG Rheindahlen auf ihren großen Materialpool zurückgreifen, in dem sich mit verschiedenen Kreativmaterialien, einem Hau-den-Lukas, Kletterkisten oder einer Slack Line für alle Interessen etwas finden lässt. Mit dieser Ausstattung übernehmen die Engagierten auch regelmäßig Kinderbetreuungen auf Veranstaltungen und Festen und bieten dort kleine Workshops an. All das und viele weitere Wochenendaktionen und Ausflüge erfordern einen hohen Zeiteinsatz von allen Beteiligten.

Da passt es gut, dass die KjG Rheindahlen die Anzahl der Ehrenamtlichen in den letzten Jahren kontinuierlich steigern und sogar vervielfachen konnte. Keine Selbstverständlichkeit eingedenk einer vergleichsweise hohen Fluktuation unter den Engagierten, von denen sich viele in einer Phase des Umbruchs von Schule zu Ausbildung, Studium und Beruf befinden. »Unser entscheidendes Kriterium bei der Gewinnung von motiviertem Nachwuchs ist daher die frühzeitige Bindung und Begeisterung für dieses Ehrenamt. Oft lohnt es sich, direkt ganze Freundeskreise für ein Engagement anzusprechen«, berichtet Sophie Strecker, Pfarr- und Gruppenleiterin. »Gezielt bieten wir motivierten Jugendlichen die Möglichkeit, das Ehrenamt in der Jugendleitung mit allen Vorzügen und Schwierigkeiten kennenzulernen.« In abendlichen Teamrunden und regelmäßigen teamintegrativen Workshops berichten erfahrene Jugendleiterinnen und Jugendleiter authentisch, was sie im Engagement etwa auf der sozialen Ebene des Miteinanders gelernt haben, welche Rolle Verlässlichkeit und Zusammenhalt im Team spielen und wie man bei der Betreuung von Kindern konkret auch in Grenzsituationen handlungsfähig bleiben und daran wachsen kann.

Eine Ferienfreizeit pro Jahre – die Osterfahrt – ist zudem denjenigen Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren vorbehalten, die sich in absehbarer Zeit ein Ehrenamt in der Struktur der KjG vorstellen können. In diesem Setting kann potentiellem Nachwuchs das Engagement in Jugendleitung noch einmal präsenter und attraktiver vorgestellt und erste Teambindungen gestärkt werden. »Es ist uns dabei wichtig, dass die Entscheidung für ein Ehrenamt vollkommen frei geschieht, da Motivation und Spaß elementar für die nötige Kontinuität sind«, hebt Moritz Breuer hervor. Um besonders junge Geflüchtete an die Angebote, aber auch an das Engagement in der KjG Rheindahlen heranzuführen, wird in jedem Jahr mehreren Kindern und Jugendlichen aus dieser Gruppe eine kostenlose Teilnahme an einer der Ferienfreizeiten ermöglicht.

Alle Engagierten der KjG Rheindahlen werden durch ein zertifiziertes Jugendleitungs-Ausbildungsprogramm geschult und in Erster Hilfe ausgebildet. Interessierten Jugendlichen ohne Zertifikat, die aber bereits eine Präventionsschutzschulung absolviert und ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt haben, können auch schon einmal in die Tätigkeit als Jugendleiterin bzw. Jugendleiter reinschnuppern und erste Erfahrungen machen.

Mit einem Zuwachs an Engagierten konnte die KjG Rheindahlen in den letzten Jahren auch die Zahl ihrer Veranstaltungen erheblich steigern. Das Einzugsgebiet für die Angebote geht längst über die Pfarrgemeinde St. Helena und den Stadtteil Rheindahlen hinaus und umfasst mittlerweile auch Orte im benachbarten Kreis Heinsberg und weitere Bezirke der Stadt Mönchengladbach. »Helena geht auf das griechische ›hele‹ zurück und kann mit ›die Strahlende‹ übersetzt werden. Wir freuen uns, dass unser Engagement in der Gemeinde mittlerweile auch eine gewisse Strahlkraft in der Region erreicht hat«, bemerkt die Gruppenleiterin Irini Kliafa augenzwinkernd. Dass aus Kapazitätsgründen nur selten alle interessierten Kinder eine Zusage für die Ausflüge und Ferienfreizeiten erhalten können, ist für das Leitungsteam indes Anreiz genug, den eingeschlagenen Weg zur Nachwuchsgewinnung konsequent weiterzuverfolgen und vielleicht auch noch etwas auszubauen.

Kontakt und Ansprechpartner:
KjG St. Helena Rheindahlen
Moritz Breuer
Vorstand
Südwall 20a
41179 Mönchengladbach
Tel. 01573/8988663
E-Mail: info[at]kjg-rheindahlen.de
Web: www.kjg-rheindahlen.de