Hünxe summt: auf den Punkt engagiert für den Insektenschutz

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Gespeichert von Björn Lappe am 12. Juli 2022
EiIm Vordergrund ist eine Trockenmauer zu sehen, dahinter steht eine Person auf der Wiese

Hünxe summt: auf den Punkt engagiert für den Insektenschutz

Engagement des Monats August 2022

Engagementpreis NRW | Mit tatkräftigem Engagement setzt sich der Verein Hünxe summt seit einigen Jahren für den Erhalt und die Schaffung von insektenfreundlichen »Biotoppunkten« in der Gemeinde ein. Um für diese wichtige Zukunftsaufgabe personell gut aufgestellt zu sein, betreibt der Verein eine wertschätzende Anerkennungskultur und erfasst die Interessen und Fähigkeiten von Mitgliedern und Unterstützenden. So können die Möglichkeiten für ein Engagement im Bedarfsfall gezielt sichtbar gemacht werden.

 

Die Lage verpflichtet: Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets von Hünxe im Kreis Wesel gehört zum Naturpark Hohe Mark, der mit 1978 Quadratkilometern zwischen Niederrhein, Münsterland und Ruhrgebiet zu den größten Naturparks Nordrhein-Westfalens zählt. Auch einige Naturschutzgebiete wie das Hünxer Bachtal oder Kaninchenberge sind auf dem Gemeindegrund ausgewiesen. Als ein »Naturparadies vor der eigenen Haustür« beschreiben es die Aktiven des Naturschutzvereins Hünxe summt e.V. und engagieren sich für die Bewahrung des vielseitigen Naturraums.
 

Es ist der Einsatz gegen naturräumliche Monotonie und für die Entwicklung von Biodiversität, die zwei der späteren Mitbegründerinnen und Mitbegründer von Hünxe summt im Jahr 2019 über die sozialen Medien in einen Austausch brachte. Heute setzen sich rund 40 Vereinsmitglieder gemeinsam mit vielen Helfer/innen und Kooperationspartnern für die Schaffung und den Erhalt sogenannter »Biotoppunkte« in der Flächengemeinde Hünxe ein. »Biotoppunkte sind Naturräume, die ohne Unterstützung von außen funktionieren und in denen die Pflanzen- und Tierwelt im Gleichgewicht ist«, erläutert Sabine Höcker, Vorstandsmitglied des Vereins. Die Engagierten von Hünxe summt gestalten gemeindeeigene Flächen, aber auch Flächen von Industrieunternehmen oder Privatleuten auf insekten- und naturfreundliche Weise. Dazu gehört das Aufschichten von Erhebungen ebenso ein wie das Ausheben von Mulden oder die Gestaltung von Trockenmauern, um das Mikroklima am Standort zu verbessern. Die verschiedenen Flächen werden über das Gemeindegebiet hinweg als Biotoppunkte miteinander sowie mit umliegenden Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen vernetzt. Dadurch entstehen vielfältige miteinander verbundene Lebens-, Futter- und Rückzugsräume für die heimische Insekten- und Tierwelt.

Doch die Engagierten im Alter zwischen 20 und 60 Jahren setzen Insekten- und Naturschutz nicht nur aktiv um, sondern sie schaffen auch gleichzeitig Lern- und Naturerfahrungsräume für Menschen aller Altersstufen – etwa für Kita-Gruppen, Schulklassen und Wandernde. »Indem wir unser Wissen teilen, möchten wir Menschen für die Notwendigkeit eines gesunden, naturnahen Wohnumfeldes als Grundlage für das eigene Wohlbefinden sensibilisieren und deutlich machen, dass die Menschheit als Teil der Natur eine immens große Verantwortung für deren Gesunderhaltung trägt«, erklärt Sabine Höcker die Motivation hinter Projekttagen für Schulen und Workshops für Interessierte. Auch im Rahmen kleinere Kulturveranstaltungen an den Biotoppunkten sensibilisiert der Verein für das Thema.

Nicht zuletzt für dieses Engagement bei der Bewusstseinsbildung braucht es viele ehrenamtlich engagierte Menschen. Mittlerweile hat sich eine Kerngruppe von Hünxe summt über aktive Öffentlichkeitsarbeit und über gezielte persönliche Ansprache – etwa bei der Vorstellung des Vereins auf Ortsteilfesten – ein größeres Unterstützerumfeld aufgebaut. Auch aus den umliegenden Städten wie Wesel und Dinslaken kommen neue Engagierte, kann Sabine Höcker berichten: »Die Leute suchen das Land und Gelegenheiten, sich sinnvoll zu betätigen. Hier sehen wir großes Potential für die Zukunft und schaffen schon jetzt in Zeiten, die vielen als krisenhaft erscheinen, gezielt Möglichkeiten für Engagement und Selbstwirksamkeitserleben.«

Die Vereinsverantwortlichen sind dazu übergegangen, die individuellen Kenntnisse und Interessen der Mitglieder und potentieller Helfer/innen zu erfassen. Wer organisiert etwa gerne? Wer packt gerne bei Veranstaltungen mit an? Wer bringt Fähigkeiten im Gartenbau mit? Auch in welchen Zeitfenstern die jeweiligen Personen üblicherweise aktivierbar sind, wird kurz vermerkt. Wenn dann konkrete Unterstützung benötigt wird, erfolgt die Ansprache z.B. mithilfe von Mailinglisten, Messenger-Diensten oder über Posts in den sozialen Medien. »Wie bei einer Stellenausschreibung begeben wir uns auf die Suche nach der für die jeweilige Aufgabe passenden Personen. Es ist dabei sinnvoll, die Unterstützungsbedarfe sehr konkret zu formulieren. Wir machen damit sehr positive Erfahrungen, es finden sich immer Engagierte«, beschreibt Sabine Höcker die Vorgehensweise.

Unabhängig davon, ob Menschen für ein Engagement neu gewonnen oder »alte Bekannte« motiviert werden sollen, können die jeweiligen individuellen Kenntnisse und Interessen nur dann erfolgreich genutzt werden, wenn den Aktiven genügend Raum für eigene Umsetzungsideen gewährt wird. Sei es, wenn es um die Gestaltung von Flyern, das Bauen von Totholzhecken oder um die Konzeption von Workshops geht. »Wir können nichts fordern«, sagt Sabine Höcker, »aber wir können den Einsatz von Zeit, Kraft und Kreativität wertschätzen. Das tun wir, indem wir echte Mitentscheidungsmöglichkeiten schaffen und indem wir über das Engagement anschließend positiv berichten.« Auch die Gemeinde Hünxe, mit dessen Klimamanagement der Verein im regelmäßigen Austausch steht, berichtet über ihren Facebook-Auftritt nicht nur über Arbeitsergebnisse, sondern auch über die Engagierten von Hünxe summt.

Mit wenigen Quadratmetern gestartet, kommen die Aktiven von Hünxe summt ihrem Ziel, die Gemeinde nachhaltig insektenfreundlich zu gestalten, mit jeder Fläche, auf der Obstbäume angepflockt oder Nisthilfen angelegt werden, ein gutes Stück näher. Auf die vielseitige Unterstützung der Engagierten aus der Region können sie dabei auch aufgrund eines aktiven Freiwilligenmanagements zählen.

Kontakt und Ansprechpartnerin:
Hünxe summt e.V.
Sabine Höcker
Vorstandsmitglied
Klever Str. 19
46569 Hünxe
Tel. (0177) 3207123
E-Mail: shoecker@huenxe-summt.de
Web: https://huenxe-summt.de

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