Hörbarer Wandel – Alternativer Audio-Rundgang in Dortmund

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Gespeichert von Hannah Rapp am 31. Mai 2019
Open Globe Dortmund: Teilnehmende hören Erläuterungen über Headset

Hörbarer Wandel – Alternativer Audio-Rundgang in Dortmund

Engagement des Monats Juli 2019

Engagementpreis NRW | Industrie und Fußball? Nach dem alternativen Stadtrundgang »Stadt-Wandlungen« wird das nicht mehr das Erste sein, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Dortmund denkt. Denn der Audio-Rundgang lässt Interessierte ganz andere Seiten der Ruhrpott-Metropole erlaufen und erlauschen. Mit Kopfhörern auf den Ohren kann man sich zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz informieren und inspirieren lassen.

 

Irgendwo zwischen Zeche, Autobahn und Fußballstadion, da liegt es: das »Anders-Sein-Land«. In diesem Land weist das Online-Portal auf die Option des ressourcenschonenden Ausleihens statt eines Kaufes hin, in der Fußgängerzone verbringt man seine Zeit lieber im Zen-Garten als im Shopping-Center und Lebensmittel werden nicht mehr verschwendet, sondern fair-teilt. Manches ist aktuell nur Idee, vieles aber auch jetzt schon möglich. Und das dort, wo man es nicht unbedingt erwartet: mitten in Dortmund.

Der alternative Audio-Rundgang »Stadt-Wandlungen« der Initiative Open Globe Dortmund zeigt den Hörer/innen die Stadt von einer anderen Seite. »An sieben Stationen gibt es Infos und Impulse, wie wir die Welt ein kleines Stück bunter, kreativer und spannender gestalten können«, sagt Elisabeth Brachem, die in dem Projekt mit fünf bis acht weiteren ehrenamtlichen Mitstreiter/innen aktiv ist. Mit diesem Stadtrundgang der anderen Art stellen die Engagierten positive Beispiele für Orte und Initiativen vor, die sich im Bereich Klimaschutz oder nachhaltige Entwicklung einsetzen. »O-Töne und Interviews sorgen für ein vielfältiges Hörerlebnis und nebenbei erfährt man die City auf eine neue Weise«, so Brachem. Das Projekt setzt so auf eine optimale Verbindung aus analogem und digitalem Erleben.

»Wir wollen zeigen, dass es Alternativen zum nicht-nachhaltigen Lebensstil, beispielsweise Massenkonsum oder Verschwendung von Lebensmitteln gibt«, erklärt Hannah Fischer, die ebenfalls im Projekt aktiv ist. Sie und die anderen Engagierten machen deutlich, dass ein anderer Umgang mit unserem Planeten keine Zukunftsmusik ist, sondern schon jetzt gelebt werden kann – auch oder sogar besonders in einer von Industrie geprägten Großstadt wie Dortmund. Seit 2010 besteht Open Globe Dortmund als Netzwerk junger Engagierter innerhalb des »Eine Welt Netz NRW«, dem Dachverband entwicklungspolitischer Vereine in NRW. »Wir setzen uns kritisch mit globalen Zusammenhängen auf politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Ebene auseinander. Dabei nutzen wir kreative Aktionsformen und interaktive Methoden«, sagt Fischer über die Arbeitsfelder von Open Globe.

Die Engagierten von Open Globe Dortmund haben zunächst geführte, konsumkritische Stadtrundgänge angeboten, was aber zeitlich für sie irgendwann nicht mehr zu schaffen war. Die online verfügbaren Audiodateien bieten nun jeder und jedem die Möglichkeit, den Rundgang zeitlich flexibel, unabhängig und kostenfrei zu machen. Zudem liegen begleitende Stadtkarten in der Dortmunder Stadtbibliothek sowie der Touristeninformation aus.  »Die Idee eines Audiorundgangs hat unser Projekt gestärkt, denn mit der Entwicklung des digitalen Angebots, haben wir auch unser Gesamtkonzept neu aufgestellt. So können wir weiterhin Stadtführungen anbieten, auch wenn wir nicht vor Ort sind«, beschreibt Anna Lena Schaeper, ebenfalls als Freiwillige im Projekt dabei, die Vorteile.
 
Durch geführte Touren sowie weitere Aktionen und Veranstaltungen wollen die Engagierten den Audio-Rundgang noch bekannter machen und auch für die Schule wurden die »Stadt-Wandlungen« aufbereitet. Lehrer/innen können den Audiorundgang für die Bildung für nachhaltige Entwicklung ab der 9. Klasse kostenlos einsetzen. Außerdem können Audio-Geräte mit den Hördateien in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden, sodass auch Menschen ohne Smartphone teilnehmen können.

Weitere Pläne gibt es zuhauf, denn die Aktiven bei Open Globe Dortmund wollen möglichst viele Menschen über die Möglichkeiten nachhaltig und konsumkritisch zu leben informieren und mit ihrer Begeisterung anstecken. Wie viele Menschen bisher schon den Weg in das »Anders-Sein-Land« gefunden haben, ist schwer zu sagen, aber der Eingang ist dank der Dortmunder Engagierten ganz leicht zu finden.
 

Kontakt und Ansprechpartnerinnen
Open Globe Dortmund
Elisabeth Brachem, Hannah Fischer, Anna Lena Schaeper
Web: www.openglobe-dortmund.org
E-Mail: openglobedortmund@posteo.de

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