Geschichte mit Zukunft: Ein Stadtviertel erfindet sich neu

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Gespeichert von Tim Strehlau am 19. April 2018
Initiative Gründerzeitviertel e.V.: Straßenfest an langer Tafel

Geschichte mit Zukunft: Ein Stadtviertel erfindet sich neu

Engagement des Monats Juni 2018

Engagementpreis NRW | In Mönchengladbach stiftet eine engagierte Bürgerinitiative neue Nachbarschaften im Quartier. In einem historischen Gründerzeitviertel zwischen Bahnhofsgegend und bester Wohnlage sorgen die Aktiven mit viel Einsatz und noch mehr Ideen für ein neues Miteinander im Alltag und zeigen so, wie Heimat vor Ort gelingen kann.

 

Heimat ist schön, macht aber viel Arbeit: Frei nach Karl Valentin setzen sich die Menschen der Mönchengladbacher »Initiative Gründerzeitviertel e.V.« dafür ein, ihr Quartier und ihre Nachbarschaft mit neuem Leben zu füllen. Dabei beschränken sie sich nicht auf die Pflege der öffentlichen Grünanlagen im Viertel, sondern bringen sich auch mit Rat und Tat in die Erhaltung und Weiterentwicklung der historischen Bausubstanz ein. »Wir wollen eine Lobby für unser Viertel sein«, sagt deshalb Philipp Molitor, der sich als Vorsitzender im Vorstand des Vereins engagiert, über das Selbstverständnis der Initiative. Wie Philipp Molitor sind deren Gründungsmitglieder ausschließlich Bewohnerinnen und Bewohner des traditionsreichen Viertels, das in zwei zentralen Stadtteilen Mönchengladbachs liegt und Zuhause für etwa 25.000 Menschen ist, von denen nicht alle auf der Sonnenseite des Lebens stehen. »Wir wollen durch unsere Arbeit dem Viertel eine neue Identität geben und das Miteinander im Viertel fördern«, weist Molitor auf zwei weitere wesentliche Ziele der Bürgerinitiative hin.

Daneben geht es ihm und seinen zahlreichen Mitstreiter/innen aber auch darum, nicht nur bei den Bewohner/innen des Viertels das »Verantwortungsbewusstsein für den Öffentlichen Raum zu stärken«, sondern auch bei all jenen, denen es ein Anliegen ist, »das historische Gründerzeitviertel zu erhalten und zu pflegen«, wie Arne Dorando erläutert, der als Historiker der Initiative für die lokale Geschichte des Viertels und für den Denkmalschutz zuständig ist.

Und so ist der Verein mit der Zeit zu einem wichtigen Ansprechpartner für kommunale Politik und Verwaltung geworden, wenn es um die zukunftsfähige Gestaltung und Steigerung der Lebensqualität im Viertel geht. Der Verein fungiere als Scharnier zwischen Arm und Reich im Stadtteil und verstehe sich »als beratendes und ideengebendes Bindeglied« zwischen existierenden Projekten der öffentlichen Hand und Eigentümer/innen von Bau- und Kulturdenkmälern sowie Organisator/innen von kulturellen Veranstaltungen, die die »öffentliche Gemeinschaft und das Zusammenleben im Viertel unterstützen«, wie Monika Hintsches, Zweite Vorsitzende des Vereins, erklärt.
 
Vor diesem Hintergrund haben die Aktiven des im Viertel bestens vernetzten Vereins vielfältige Ideen und Aktivitäten entwickelt, um beispielsweise die identitätsstiftenden Plätze im Viertel wieder zu »Orten der Begegnung« zu machen. So gab es anlässlich der 150-Jahre-Feier des Gründerzeitviertels mit der längsten Kaffeetafel Mönchengladbachs ein mehrtägiges Fest, das stadtweit auf große Resonanz gestoßen ist. Und auch an der Umgestaltung des zentralen Schillerplatzes von einem »zugemüllten Angstraum zu einem wiederbelebten und rege genutzten Vierteltreffpunkt« haben die etwa 250 ehrenamtlich engagierten Männer und Frauen des Vereins einen großen Anteil, sagt Hintsches. Aber auch kleinere Aktionen wie selbstorganisierte Viertel-Frühstücke machen die Arbeit der Initiative im Alltag des Viertels erfahrbar.
 
An Ideen für die Zukunft mangelt es den Mitgliedern des Vereins nicht. Das Projekt habe eine »gute Perspektive, weil die Menschen merken, dass sich mit Engagement viel verbessern lässt«, ist Philipp Molitor auch für die nächsten Jahre optimistisch, zudem sei das Projekt mittlerweile ein Vorbild für andere Stadtteile. Nicht nur deshalb ist Molitor überzeugt, dass die Arbeit der Initiative weitergeht: »Zukunft ist für uns, die Ideen für ein Zusammenleben auf die nächste Generation zu übertragen, die von einer Viertelgemeinschaft profitiert und die Idee weiterlebt«.
 
Kontakt und Ansprechpartner
Arne Dorando
Initiative Gründerzeitviertel e.V. (IGZV)
Schillerstr. 53
41061 Mönchengladbach
E-Mail: info@initiative-gzv.de
Web: www.initiative-gzv.de

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