Generationen Hand in Hand: Ein starker Bund fürs Leben

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Gespeichert von Tim Strehlau am 21. September 2017
Generationen Hand in Hand – Kinder und Frauen gemeinsam auf Spielplatz

Generationen Hand in Hand: Ein starker Bund fürs Leben

Engagement des Monats November 2017

Engagementpreis NRW | Ein ökumenisches und generationenübergreifendes Paten-Projekt im Sauerland möchte die Zukunftsperspektiven von Kindern und Jugendlichen verbessern. Das Projekt verbindet dabei nicht nur Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus, sondern baut durch seine Angebote auch belastbare Brücken zwischen Alt und Jung, zwischen Groß und Klein, zwischen Dick und Dünn.

 

Dass sich in unserer zunehmend heterogenen Gesellschaft Familienstrukturen wandeln, ist sicher keine neue Erkenntnis. Viele Kinder leben heute in Kleinfamilien oder mit alleinerziehenden Elternteilen zusammen. Wenn zudem keine Großeltern oder sonstige Bezugspersonen in der Nähe wohnen, fehlen Kindern und Jugendlichen oft Erwachsene, die ihrem alltäglichen Bedürfnis nach Verbundenheit, Austausch, Orientierung, Unterstützung, Geborgenheit und Nähe gerecht werden können. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die sich aus unterschiedlichsten Motiven in ihrem Alltag eine neue sinnvolle Aufgabe wünschen, etwa die Beschäftigung mit Kindern. Patenschaften sind dann eine gute Möglichkeit, diese Lücke zu schließen.

Genau an dieser Stelle setzt das Projekt »Generationen Hand in Hand« an, das im Kreis und der gleichnamigen Kreisstadt Olpe und den dazugehörigen Städten und Gemeinden wie Attendorn, Finnentrop oder Lennestadt gemeinsam von Caritas und Diakonie umgesetzt wird. Aus einem anfänglichen »Oma-Hilfsdienst« hat sich in der Region zwischen Biggesee und Rothaarsteig mit der Zeit ein Angebot entwickelt, das die Zukunftsperspektiven von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 14 Jahren nachhaltig verbessern möchte.

Dabei sind die engagierten Patinnen und Paten neben den Kindern und deren Familien eine tragende Säule des Projekts, das ohne bürgerschaftliches Engagement »nicht existieren« würde, wie Gudrun Keßeler erklärt, die das Projekt zusammen mit Sebastian Striemer im Auftrag der Caritas koordiniert und leitet. Das Angebot verknüpfe zudem »hauptamtliche und ehrenamtliche soziale Arbeit« miteinander. So arbeiteten Mitarbeiter/innen von Caritas und Diakonie eng zusammen, um die aktiven Ehrenamtlichen zu qualifizieren und sie auf ihrem Weg zum Patenkind zu begleiten.

Vor diesem Hintergrund treffen sich die lebenserfahrenen Patinnen und Paten wenn möglich einmal pro Woche mit »ihrem« Patenkind. Diese Kontinuität helfe dabei, stabile Beziehungen entstehen zu lassen, die »oft ein Leben lang halten«, wie Gudrun Keßeler aus Erfahrung weiß. Durch gemeinsame Unternehmungen stärken und unterstützen die Patinnen und Paten die positive Selbstwahrnehmung und die sozialen Kompetenzen der ihnen anvertrauten Kinder. Sebastian Striemer weist zudem darauf hin, dass die Erfahrungen einer dauerhaften sozialen Beziehung und das Kennenlernen neuer Lebenswelten zur »Entlastung und Stabilisierung« der hilfesuchenden Familien beitragen.

Doch ist das Projekt nicht nur für die Kinder und deren Familien ein Gewinn, auch die Patinnen und Paten profitieren auf vielfältige Art und Weise von ihrem Engagement. Aktuell sind mehr als dreißig Ehrenamtliche als Patinnen und Paten im Projekt aktiv. Sie stehen den Kindern als »Ratgeber, Begleiter, Ansprechpartner und Vorbild« zur Verfügung, sagt Sebastian Striemer.

Frau R. ist 66 Jahre alt und engagiert sich seit zwei Jahren ehrenamtlich im Projekt. Sie trifft ihr Patenkind mehrmals die Woche. Ihre Einschätzung steht stellvertretend für die allermeisten Menschen, die das Olper Projekt durch ihre freiwillige Mitarbeit unterstützen. »Ich habe die Patenschaft über einen kleinen Jungen aus Guinea übernommen, dessen Mutter kurz nach der Geburt gestorben ist. Der junge Vater brauchte Unterstützung und mir war sofort klar: das werde ich machen. Seitdem gehört diese besondere Lebenssituation zu meinem, zu unserem Leben dazu. Das Kind zu betreuen und es auf das Leben vorzubereiten, ist wunderbar und sehr kostbar. Mein Leben ist so bereichert worden, ich möchte keine Stunde hergeben. Bald kommt der Junge in den Kindergarten, er hat sich super entwickelt. Da sind wir sehr stolz drauf und ich als seine Oma, so nennt er mich, habe die Patenschaft nicht bereut.«

Und angesichts vieler weiterer erfreulicher Rückmeldungen sind sich Sebastian Striemer und Gudrun Keßeler einig, dass die Erfolgsgeschichte des Projekts mit seinen vielseitigen Hilfsangeboten für Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen auch in Zukunft weitergehen wird.

Kontakt und Ansprechpartner
Sebastian Striemer
Generationen Hand in Hand
Gartenstrasse 6
57368 Lennestadt
Tel: (0 27 23) 6 88 91 0
E-Mail:sstriemer@caritas-olpe.de
Web: www.caritas-aufwind.de

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