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Drei Fragen an...

Queeres Netzwerk NRW

Drei Fragen an...

... Queeres Netzwerk NRW

Das Queere Netzwerk NRW ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich für eine vielfältige Gesellschaft und das selbstbestimmte Leben von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Der landesweite Fachverband für Organisationen der LSBTIAQ* Communities berät Gruppen, Vereine und Initiativen. Darüber hinaus sensibilisiert er mit seiner Öffentlichkeitsarbeit für die Belange und Lebensrealitäten ihrer Communities und initiiert auch immer wieder eigene Vorhaben. Rebecca Knecht, MA Gender Studies und im Netzwerk verantwortlich für die Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, geht auf die Rolle von bürgerschaftlichem Engagement in den über 50 Mitgliedsorganisationen ein und erläutert wie dies im Zusammenspiel mit hauptamtlichen Strukturen gestärkt werden soll.

Was sind die Aufgaben und Ziele des Queeren Netzwerks NRW und welche Akteure vernetzen Sie?

Das Queere Netzwerk NRW setzt sich für Sichtbarkeit und Akzeptanz aller queeren Menschen ein. Queer ist dabei ein Oberbegriff der Schwule und Lesben, Bisexuelle, trans* und inter* Personen, Asexuelle und alle anderen umfasst, deren Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Dafür vernetzen wir Initiativen der Selbstorganisation, also: queere Beratungszentren, Antidiskriminierungsprojekte, Selbsthilfegruppen, Sport- und Kulturinitiativen und viele mehr. Für sie sind wir ein landesweiter Dachverband. Darüber hinaus sind wir Fachverband, bieten mit unseren Fachstellen und Projekten also Beratung und Information für alle an, die sich über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt informieren und für Akzeptanz einsetzen wollen.

Wie unterstützen Sie konkret zivilgesellschaftliche Gruppen, Vereine und Initiativen in Nordrhein-Westfalen, die sich lokal und überregional um die Interessen von LSBTIAQ* kümmern?

Wir unterstützen möglichst auf allen Ebenen, das heißt: wir vernetzen mit anderen Aktiven in ganz NRW, um gegenseitiges Voneinanderlernen und Stärken zu ermöglichen. Wir beraten z.B. bei der Antragstellung für öffentliche, oft kommunale Förderung und leiten zum Teil Fördergelder weiter, um Initiativen vor Ort zu ermöglichen. Außerdem bündeln wir politische Interessen und vertreten diese auf der Landesebene, also im Gespräch mit Abgeordneten und Regierung. Wir schaffen Vernetzung und Vertretung der Communities, etwa über den Facharbeitskreis LSBTI im Paritätischen und unsere Mitgliedschaft im WDR-Rundfunkrat. Und wir setzen uns für größere Sichtbarkeit, auch in den Medien, ein.

Welche Rolle spielt bürgerschaftliches Engagement in Ihren über 50 Mitgliedsorganisationen und wie möchten Sie dieses Engagement in Zukunft weiter ausbauen?

Wir sind aus Emanzipationsbewegungen und Selbsthilfe entstanden, und ein großer Teil der Arbeit in unserem Netzwerk geschieht nach wie vor ehrenamtlich. Das betrifft Antidiskriminierungs- und offene Jugendarbeit, Aidshilfen, trans* Peerberatung, die Organisation von CSDs, Empowerment-Angebote zum Beispiel für Regenbogenfamilien und Queers of Color und viele mehr. Dieses Engagement kann vor allem dann seine Kraft entfalten, wenn es in starken Strukturen verankert ist und hauptamtlich unterstützt und begleitet wird. Die Absicherung und der Ausbau dieser Strukturen ist auch in Zukunft wichtig. In einigen Bereichen ist das bereits gut gelungen. Zum Beispiel sehen wir, dass in der offenen queeren Jugendarbeit mittlerweile in sehr vielen Treffs hauptamtliche Fachkräfte tätig sind, die mit den ehrenamtlichen Jugendgruppenleitungen zusammenarbeiten. In anderen Bereichen fehlt es dagegen noch sehr an der Förderung für hauptamtliche Arbeit: zum Beispiel, wenn wir auf Beratungsangebote im ländlichen Raum blicken.

Weitere Informationen zum Queeren Netzwerk NRW finden Sie unter https://queeres-netzwerk.nrw/