Mädchen bloggen für Mädchen

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Gespeichert von Hannah Rapp am 27. Juni 2019
intombi e.V.: Junge Frau sitzt am Computer

Autorin der eigenen Geschichte – Mädchen bloggen für Mädchen

Engagement des Monats Dezember 2019

Engagementpreis NRW | Mit den Schattenseiten des digitalen Lebens sehen sich besonders häufig Mädchen und junge Frauen konfrontiert: Sozialer Druck und Neid sind an der Tagesordnung in der Online-Welt. Die Potenziale der Digitalisierung hingegen nutzen, um sich gegenseitig aufzubauen und positiv zu bestärken, dafür steht der Kölner Mädchen für Mädchen-Blog.

 

Konkurrenz, Vergleiche, Hasskommentare und Mobbing scheinen im Netz nahezu allgegenwärtig. Inszenierungen des perfekten Outfits, des perfekten Körpers, des perfekten Lebens sind zwar genau das – nämlich Inszenierungen, aber sie setzen besonders Mädchen und junge Frauen massiv unter Druck, diesen vorgegebenen Maßstäben zu entsprechen. Statt Solidarität gibt es auch unter Frauen häufig eher Neid und Missgunst. Einen ganz anderen Akzent setzt hier ein Kölner Blog, über den sich Mädchen gegenseitig Mut machen.

 

»Unser Blog stellt einen Gegensatz zu kommerziellen Mode- und Beautyblogs dar, indem er zum Miteinander motiviert und nicht zu kompetitiven Verhalten« erklärt Alexandra Potratz, die den Blog ins Leben gerufen hat. Aufbauend auf ihre Erfahrungen als Sozialarbeiterin in einem Mädchenheim in Südafrika sowie in Kölner Mädchengruppen gründete sie bereits 2009 – gemeinsam mit sieben weiteren Engagierten – den Trägerverein intombi e.V. »Wir verfolgen die Vision, dass Mädchen die Welt verändern – für sich selbst und für andere«, sagt sie über die Arbeit des Vereins. »intombi« heißt übrigens ganz einfach »Mädchen« in der südafrikanischen Sprache Xhosa.

Der Blog wird betrieben von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins sowie von einer seit 2017 bestehenden Redaktion mit Mädchen zwischen 13 und 21 Jahren. Sie motivieren andere Mädchen zum Mitmachen, machen Fotos, drehen Videos und arbeiten laufend an der Verbesserung des Blogs. »Durch die finanzielle Unterstützung einer privaten Stiftung konnten wir Ende 2018 die graphische Gestaltung der Website verbessern, unter anderem eine Kommentarfunktion hinzufügen und unser Team vergrößern« freut sich Gründerin Alexandra Potratz. Über die Vernetzung zum Beispiel im Arbeitskreis der Mädchengruppen der Kölner Innenstadt sind zudem andere Mädchengruppen in die Blog-Aktivitäten involviert. Mittlerweile wurden über 150 Artikel von ehrenamtlichen Autorinnen beigesteuert.

Der Blog bietet eine lebendige Plattform, auf der neben Texten auch Fotos und Videos veröffentlicht werden können. Die Beiträge werden in den Social Media-Kanälen eingebunden und hierüber geteilt. »Entgegen der derzeitigen Online-Angebote für Mädchen schafft der intombi-Blog einen Ort für Mädchen mit wertvollen Inhalten, die sie selbst mitgestalten«, erklärt Potratz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema Berufswahl, beziehungsweise dem Übergang zwischen Schule und Studium, Ausbildung oder Arbeit. Oft fehlt die Unterstützung bei der Zukunftsorientierung, besonders was das Entdecken der eigenen Fähigkeiten angeht. Der Blog, so Potratz, ermögliche es »den Mädchen in Köln und Umgebung durch das Schreiben und Lesen von Blogartikeln sich selbst zu reflektieren und sich ihrer Kompetenzen und Potenziale bewusst zu werden«. Das Online-Angebot will Mädchen so für die Berufswahl fit machen. Durch ganz praktische Tipps, etwa zur ersten eigenen Wohnung, erhalten sie zusätzliche Unterstützung für einen selbstbewussten und erfolgreichen Start in ihre Zukunft.

Ein weiteres Anliegen des Projekts ist das Kennenlernen von Lebenssituationen und Perspektiven anderer Mädchen – und damit einhergehend auch anderer Kulturen. Dieses Ziel findet ganz praktische Anwendung, denn die Reichweite des Blogs geht weit über Köln hinaus: In Ruanda sowie in Südafrika gibt es assoziierte Mädchengruppen, die ebenfalls Artikel beisteuern. Außerdem werden Artikel ins Englische übertragen, sodass die Mädchen diese auch vor Ort lesen können. Durch diesen Austausch der unterschiedlichen Erfahrungen lernen die Mädchen voneinander. »Indem positive Vorbilder geschaffen werden, entsteht das Bedürfnis, nicht nur für sich selbst etwas zu bewirken, sondern auch andere dabei zu unterstützen, ihren Weg erfolgreicher zu gestalten«, erläutert Alexandra Potratz einen weiteren Effekt. Die schreibenden und lesenden Mädchen werden dazu angeregt, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, etwa mit selbst organisierten Spenden-Aktionen oder anderem ehrenamtlichen Engagement.

Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt also anstelle von Hass, Neid und Konkurrenz. Mut und Unterstützung – auch weit über die deutschen Grenzen hinaus. Engagement, das weiteres Engagement hervorbringt. Mädchen für Mädchen eben.

Kontakt und Ansprechpartnerin
intombi e.V.
Mädchen für Mädchen Blog
Alexandra Potratz
c/o Startplatz
Im Mediapark 5
50670 Köln
Web: www.intombi.de
E-Mail: alexandra.potratz@intombi.de
 

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