Engagement des Monats Februar 2015: Heimat Demokratie

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Gespeichert von Björn Lappe am 23. Februar 2015
Junge und alte Menschen auf einer Wiese im Halbkreis. Einige von ihnen haben Spaten in der Hand.

Heimat Demokratie: Empowerment und Engagement von und für Flüchtlinge in Köln

Engagement des Monats Februar 2015

Freiwilliges Engagement in Seniorenheim, Schule oder Stadtpark: Unter der Überschrift »Sei dabei! Für Dich - Für Mich - Für Alle!« hat die Stiftung KalkGestalten aus dem Kölner Stadtteil Kalk gemeinsam mit dem örtlichen Integrationshaus die Idee entwickelt, Flüchtlinge und Zuwanderer über die Vermittlung von Ehrenämtern aktiv in die Gesellschaft einzubinden.

 

Die Situation der Flüchtlinge und Zuwanderer in Deutschland steht seit geraumer Zeit vielerorts im kritischen Fokus der Öffentlichkeit. Politik und Verwaltung tun sich vielfach schwer, eine einheitliche und den Menschen zugewandte Politik zu formulieren. Insgesamt sind Flüchtlinge und Zuwanderer in Deutschland weit entfernt von der gleichberechtigten und gleichrangigen Beteiligung an den Chancen und Möglichkeiten der Aufnahmegesellschaft. Nicht nur der rechtliche Ausnahmezustand vieler Flüchtlinge und Migranten erschwert vor Ort die Prozesse sozialer Integration.

Dass Integration trotzdem gelingen kann, beweisen die Aktiven der Bürgerstiftung KalkGestalten und des gemeinnützigen Vereins Integrationshaus Köln jeden Tag aufs Neue, seitdem sie gemeinsam in ihrem Stadtteil das Projekt »Sei dabei« aus der Taufe gehoben haben. Elizaveta Khan, Geschäftsführerin des Integrationshaus Köln, beschreibt den Hintergrund des 2013 gestarteten Projekts so: »Mit unserem Projekt möchten wir Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, motivieren, ihre Potenziale und Ressourcen für den unmittelbaren Sozialraum einzubringen. Wir möchten zeigen, welche vielfältigen mitgebrachten Kompetenzen sie haben«.

Die Projektverantwortlichen wissen aus Erfahrung, dass mit Bürgerbeteiligung und bürgerschaftlichem Engagement eine breite Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen erreicht und damit Möglichkeiten zu einer größeren Chancengleichheit eröffnet werden können. Zur Aktivierung des freiwilligen Engagements bedarf es jedoch offener Angebote und bedarfsorientierter Konzepte. Gerade in Bezug auf die Partizipation von Zuwander/innen und Migrant/innen in der Freiwilligenarbeit sind Strategien gefragt, die sich an den Lebenswelten der Menschen orientieren.
Hauptidee des Projekts ist es deswegen, das Arbeitsfeld bürgerschaftliches Engagement interkulturell zu öffnen. Migrantinnen und Migranten, insbesondere diejenigen, die gerade einen Integrationskurs besuchen, sollen an das Ehrenamt herangeführt und für ehrenamtliche Aktivitäten motiviert werden. »Wir wollen die positive (Selbst-)Wahrnehmung der Migrantinnen und Migranten fördern und dadurch Vorurteile und Berührungsängste abbauen«, so Frau Khan weiter. Das Projekt diene dem Empowerment der Flüchtlinge und Migrant/innen, Selbstbefähigung und Stärkung der Kompetenzen stünden im Vordergrund.

Der Erfolg des Projekts gibt den Initiator/innen recht, denn bislang konnten etwa 50 Ehrenamtliche sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Projekte gewonnen werden. Rainer Kreke, Vorstand der Kalker Bürgerstiftung, freut sich über die Zahlen und stellt grundsätzlich fest: »Es ist mehr als beeindruckend, wie sich die Sprache und vor allem das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den wenigen Monaten ihrer ehrenamtlichen Aktivitäten entwickelt.« Eine Teilnehmerin erhielt infolge des ehrenamtlichen Engagements einen Ausbildungsplatz in einem Krankenhaus, andere stehen als Folge des Projekts kurz vor dem Schritt auf den Arbeitsmarkt. Kreke ist überzeugt, dass durch das Projekt Menschen, die Unterstützung beanspruchen, nicht mehr »nur als hilfebedürftige Personen wahrgenommen werden, sondern als Akteure, die über Fähigkeiten verfügen, ihr Leben in eigener Regie zu gestalten.« Dies komme am Ende nicht nur den Flüchtlingen, sondern der gesamten Gesellschaft zu gute.

Alle Informationen zur Arbeit der Stiftung KalkGestalten finden sich im Netz unter http://stiftung-kalkgestalten.org. Dort ist auch ein Video abrufbar, dass die Arbeit und die Menschen des Projekts vorstellt. Die Ansprechpersonen des Projekts, Rainer Kreke und Elizaveta Khan, stehen allen Interessierten gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakt und weitere Informationen:
Stiftung KalkGestalten
Kalker Hauptstraße 247-273
51103 Köln
Tel.: 0221-5347730
E-Mail: info@stiftung-kalkgestalten.org

Integrationshaus e.V.
Otmar-Pohl-Platz 5
51103 Köln
Tel.: 0221-997457-52
E-Mail: info@integrationshaus-koeln.de
www.integrationshaus-koeln.de

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