Engagement des Jahres 2014: MENTOR – Die Leselernhelfer e.V.

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Ein junge und ein Erwachsener schauen zusammen in ein großes Buch.

MENTOR – Die Leselernhelfer e.V.

Engagement des Jahres 2014

Der im Jahr 2008 gegründete Bundesverband »MENTOR - die Leselernhelfer« macht sich für die individuelle Leseförderung von Kindern und Jugendlichen stark. Bundesweit wirbt er um inhaltliche und finanzielle Unterstützung für die gesellschaftspolitische Aufgabe, jungen Menschen durch den Erwerb der Lesekompetenz soziale Teilhabe zu ermöglichen. Schirmherr des in Köln ansässigen Bundesverbandes ist der Autor und Philosoph Prof. Dr. Richard David Precht.

 

Der Bundesverband versteht sich als Dienstleister in Informations-, Schulungs- und Organisationsfragen für alle Lese-Förderinitiativen, die nach dem 1:1-Prinzip arbeiten: Ein/e Mentor/in liest mit einem Kind mindestens einmal in der Woche mindestens ein Jahr lang. Zurzeit tragen unter seinem Dach über 60 MENTOR-Vereine und Lese-Initiativen die Idee von Bundesverbands-Präsident Otto Stender weiter, der 2003 in Hannover den ersten MENTOR-Verein ins Leben rief.

Durch engagierte Öffentlichkeitsarbeit konnten mittlerweile über 9000 ehrenamtlich tätige Männer und Frauen gewonnen werden, die in Grund- und weiterführenden Schulen gezielt auf die Stärken und Schwächen der ihnen anvertrauten Sechs- bis 16-Jährigen eingehen. Mit Fantasie und Kreativität, ungewöhnlichen Methoden und Materialien, vor allem aber ohne Zeit- und Leistungsdruck versuchen die Mentor/innen, Leselust zu wecken. Für ihre Arbeit gilt: Je entspannter die Stimmung, desto besser die Lernsituation. Fesselnde und lustige Literatur, Sprach- und Ratespiele, Gedichte, Witze und Comics, der Wechsel von Vorlesen, Lesen und Erzählen mit dem Kind – alles, was die Mentoren-Stunde abwechslungsreich und unterhaltsam macht, ist erlaubt. »Die Kinder sollen Spaß am Umgang mit Sprache bekommen und spüren, dass sie, ihre Wünsche und Interessen im Mittelpunkt stehen«, sagt Bundesvorsitzende Margret Schaaf. »Humor, Lob, viel Geduld und das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Mentor und Lesekind prägen die Lesestunden.«

Diese drei Säulen der Förderphilosophie - das 1:1-Betreuungsprinzip, die entspannte Lernatmosphäre und die pädagogische Beziehung nach dem Motto »Bindung vor Bildung« - gewährleisten, dass die Arbeit bei »MENTOR« keine Einbahnstraße ist: »Die Leselernhelfer bekommen von den Kindern ein Feedback aus Neugier, Offenheit, Lernbereitschaft und Zuneigung zurück und von den Lehrern und Lehrerinnen oft die Rückmeldung über gesteigertes Selbstbewusstsein, wachsende Lernmotivation und verbesserte schulische Leistungen ihrer Lesekinder«, so Schaaf.

Zudem schafft die Beziehung zwischen dem Kind und einem/einer erwachsenen Mentor/in einen generationenübergreifenden Kommunikations- und Erfahrungsraum, der für beide Beteiligte soziale und zivilgesellschaftliche Lehr- und Lernerfahrungen ermöglicht. Sie wirken über das  Mentor/innen-Netzwerk, in dem Studierende, Berufstätige und Senior/innen aktiv sind, in deren Lebensbereiche hinein.

Mit Hilfe der MENTOR-Vereine und Lese-Initiativen vor Ort, die ihre Ehrenamtlichen durch Einführungsveranstaltungen, regelmäßigen Erfahrungsaustausch und Weiterbildungen zur Leseförderung schulen, sorgt der Bundesverband bei seinen Fachtagungen und mit seinen Publikationen für einen Wissenstransfer, der neuen Mentoren den Einstieg erleichtert. Dies gilt auch für Neu-Gründungen von MENTOR-Vereinen, für die der Verband ein Starter-Kit mit allen wichtigen Dokumenten und Werbematerialien zur Verfügung stellt. Eine Wissensdatenbank und ein Leitfaden dazu sind in Arbeit. All diese Service-Angebote dienen zum einen der professionellen Qualitätssicherung des Mentorings, zum anderen sind sie Teil der Anerkennungskultur des bürgerschaftlichen Engagements: Die Mentoren und ihre Vereine sollen Bedingungen vorfinden, unter denen sie optimal arbeiten können.

Seit September 2014 hat der Bundesverband in Köln eine offizielle Geschäftsstelle, in der auch Lesementor Köln und das Kompetenzzentrum NRW tätig sind. So ist ein weiterer regelmäßiger Austausch über das Engagement für die individuelle Leseförderung auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene gewährleistet.

Zusammen mit seinen bundesweit 42 lokalen und regionalen Mitgliedsvereinen, 20 davon allein in NRW, will der Bundesverband dafür sorgen, dass sich die MENTOR-Idee weiter verbreitet, sich noch in vielen anderen Städten Vereine gründen, damit noch mehr Freiwillige sich ehrenamtlich für die Leseförderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen engagieren. Mit dem Ergebnis des letzten Jahres – 9.000 Lesementoren fördern 11.000 Schülerinnen und Schüler in 1.200 Schulen in 127 Städten – ist schon einiges erreicht.

Kontakt und weitere Informationen
Bundesverband MENTOR – Die Leselernhelfer e.V.
Pipinstraße 7
50667 Köln
Telefon: (02233) 977007
Mobil: (01578) 6257806
Mail: info@mentor-bundesverband.de
www.mentor-bundesverband.de

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