Ankommenspatenschaften: Modellprojekt für Geflüchtete und Einheimische

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11. August 2017

Ankommenspatenschaften: Modellprojekt für Geflüchtete und Einheimische

Aktuelle Meldung | Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen hat ein niedrigschwelliges Patenprojekt für geflüchtete und einheimische Menschen entwickelt, das seit dem Frühjahr 2016 bundesweit erprobt wird. An der Umsetzung des Programms sind auch Freiwilligenagenturen aus NRW beteiligt. Eine nun veröffentlichte Evaluation zeigt: Ankommenspatenschaften mobilisieren neue Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern für ein Engagement in der Flüchtlingshilfe.

 

Das Bundesprogramm »Menschen stärken Menschen« fördert Patenschaften zwischen geflüchteten und hier lebenden Menschen. Zu den Programmträgern gehört auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) mit ihrem Modellprojekt »Ankommenpatenschaften«.

Im Rahmen der Patenschaft treffen sich eine Freiwillige bzw. ein Freiwilliger und ein geflüchteter erwachsener Mensch, um gemeinsam ihre Stadt zu erkunden, sich gegenseitig aus ihrem Alltag zu erzählen und abhängig von den individuellen Interessen zu ermitteln, was an öffentlichen Freizeit-, Bildungs- und Unterstützungsangeboten für die/den Schutzsuchende/n sinnvoll und passend sein könnte. Das Besondere dabei: Jedes Tandem vereinbart, sich zunächst drei Mal etwa drei Stunden lang zu treffen, danach bei beiderseitigem Interesse auch öfter. Mit dem Angebot möchte die bagfa eine Alternative zu herkömmlichen Patenschaftsmodellen anbieten, die in der Regel längerfristig angelegt sind.

Seit dem Projektstart beteiligen sich knapp 30 Freiwilligenagenturen in dreizehn Bundesländern am Modellprojekt, darunter sind auch Agenturen aus Köln, Mülheim an der Ruhr, Essen und Königswinter. Bislang wurden so 2780 Ankommenspatenschaften gestiftet.

Die bagfa hat die zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse des Modellprojekts nun in einer 40seitigen Analyse zusammengefasst. Demnach mobilisieren Ankommenspatenschaften neue Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern für das Engagement. Für über zwei Drittel der beteiligten Freiwilligen war die Ankommenspatenschaft der erste Einsatz in der Geflüchtetenhilfe – und für über ein Drittel davon sogar das erste Engagement in ihrem Leben überhaupt. Dabei erleichtert das zeitlich verkürzte Patenschaftsformat den Zugang in das Engagement für Geflüchtete. Die Auswertung zeigt, dass sich auch aus kurzfristig angelegten Patenschaften längere und enge Beziehungen entwickeln können.

Mit Ankommenspatenschaften sind zudem vielfältige Lern-Effekte verbunden, die für die Gestaltung des Miteinanders wertvoll sind. So geben 79% der Freiwilligen an, ihr Gegenüber habe viel Neues über den Alltag in Deutschland erfahren. Über die Hälfte der Patinnen und Paten sagen über sich, sie seien sicherer im Umgang mit Menschen aus einer anderen Kultur geworden. Weil Freiwillige ihre Erfahrungen in andere Lebenskreise einbringen, wirken sie häufig als Botschafter/innen für Verständigung und Integration.

Die bagfa-Analyse (PDF) im Netz unter:
www.bagfa.de

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