Akteure und Strukturen

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Gespeichert von Björn Lappe am 17. Februar 2015
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Akteure und Strukturen

Stabile Rahmenbedingungen

Das nordrhein-westfälische Netz ehrenamtlicher Angebote und Engagements ist weit und fein verzweigt. Zahlreiche Landesverbände und Koordinierungsstellen bieten Unterstützung.

 

Koordinationsstellen, Landesnetzwerke, Kompetenzstellen – es gibt zahlreiche Strukturen, die das Engagement unterstützen. Eine Bestandsaufnahme des »Generali Engagementatlas 2015« nennt für NRW insgesamt 590 Anlaufstellen für bürgerschaftliches Engagement. Das Land NRW fördert die hier dargestellten Akteure und Zusammenschlüsse und stärkt damit auch indirekt das bürgerschaftliche Engagement.

Freiwilligenagenturen

Bei der Unterstützung und Vernetzung von ehrenamtlichem Engagement spielt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Nordrhein-Westfalen (lagfa NRW e.V.) eine zentrale Rolle. Sie ist ein verbandsübergreifendes Fachforum für Freiwilligenarbeit, in der Freiwilligenagenturen, -zentren und -einrichtungen mit ihrer vielfältigen Träger- und Organisationsstruktur vertreten sind. Die lagfa NRW berät und begleitet die jeweiligen Agenturen vor Ort, ermöglicht einen regelmäßigen Fachaustausch und bietet Fortbildungsangebote rund um den Aufbau und die Arbeit von Freiwilligenagenturen.

Soziales und Wohlfahrt

Die nordrhein-westfälische Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege umfasst insgesamt 17 Mitgliederverbände. Zu ihnen zählen die Regionalverbände der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Caritas, der Diakonie und des Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Kultusgemeinde. Sie alle bieten den Bürgerinnen und Bürgern in NRW in vielen ihrer Einrichtungen vielfältige Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement. Damit sich alle ehrenamtlich Aktiven unter möglichst idealen Rahmenbedingungen engagieren können, haben sich die Verbände Grundsätzen verpflichtet: Alle Tätigkeiten und Angebote für ein bürgerschaftliches Engagement sollen kompetenzorientiert, auf Wunsch zeitlich befristet, lebensweltbezogen, selbstbestimmt, sinnstiftend und eigenverantwortlich sein. Zum Thema »Monetarisierung im bürgerschaftlichen Engagement« wurde zudem eine eigene Position formuliert.
Im Oktober 2015 hat die LAG FW NRW zusammen mit anderen Organisationen eine landesweite Plattform zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in Nordrhein-Westfalen gegründet.

Junge Familien unterstützen

Auf die Vermittlung von Ehrenamtlichen zur Entlastung junger Eltern ist die Landeskoordinierungsstelle wellcome NRW spezialisiert. Dabei handelt es sich um ein soziales und gemeinnütziges Projekt, das bundesweit Familien nach der Geburt eines Babys bis zu dessen erstem Geburtstag unterstützt. Im Einsatz sind meist erfahrene Mütter. Um den Einsatz der ehrenamtlich Aktiven zu erleichtern und zu wertschätzen, wurden entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. Die Mitarbeitenden beenden ihren Einsatz nach einigen Wochen. Danach besuchen sie eine andere Familie oder »pausieren«. Fachliche Kompetenz wird nicht zwingend erforderlich, wichtig sind Erfahrung im Umgang mit und liebevolles Interesse an Kindern. Die Einsätze werden vermittelt durch lokale Koordinierungsstellen.

Jugend

Die Kompetenzstelle Engagementförderung des Landesjugendrings soll das ehrenamtliche Engagement in der Jugendarbeit unterstützen. Schwerpunktthemen sind die Jugendleitercard (Juleica) und die interkulturelle Öffnung der Jugendarbeit.

Sport

Der Landessportbund stellt Vereinen und Ehrenamtlichen das Informationssystem VIBSS online zur Verfügung. Tipps und Ratschläge gibt es zu den Themen Recht, Steuern, Versicherung, Finanzen und auch Sportpraxis. Hier lassen sich zudem Vereinsberatungen, Informationsveranstaltungen und Fachvorträge beantragen.

Integration

Das Land NRW investiert ebenso in Engagements, die sich auf die Lebensbereiche Migration und Integration konzentrieren. Das Programm Integrationsagenturen für die Belange von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte unterstützt seit 2007 die Arbeit von Fachkräften in landesweit über 160 Integrationsagenturen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements von und für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – etwa durch die Motivierung, Aktivierung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Das Landesprogramm zur Förderung von Migrantenselbstorganisationen hilft Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie sollen so zu Partnern der Integrationspolitik des Landes erstarken.

Leben im Alter

Auch für die Themenbereiche Wohnen und Alter gibt es auf Landesebene spezialisierte Beratungsstellen. Das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW setzt sich dafür ein, dass die Städte und Gemeinden NRWs bei der Gestaltung neuen Wohnraums den Anforderungen der demographischen Entwicklung, sprich: den Bedürfnissen älterer Menschen, gerecht werden. Die Ermöglichung eines selbstbestimmten und selbständigen Lebens im Alter hat auch das Landesbüro innovative Wohnformen.NRW zum Ziel. Die Stelle informiert über vielfältige Wohnangebote, die ein nachbarschaftliches Zusammenleben mit gegenseitiger Unterstützung ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Akteur auf Landesebene ist die Zentralstelle NRW von ZWAR – Zwischen Arbeit und Ruhestand. Sie unterstützt Kommunen, eine Infrastruktur für selbstorganisierte Netzwerke vor Ort aufzubauen, um damit Teilhabe, Mitgestaltung und bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen zu ermöglichen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros NRW vernetzt und unterstützt seit 2010 die Arbeit der mittlerweile über 100 Seniorenbüros in Nordrhein-Westfalen. Seniorenbüros sind Kontakt- und Beratungsstellen für ältere Menschen und ihre Familien. Sie setzen sich für die Förderung des sozialen und generationenübergreifenden Miteinanders und die Stärkung der selbständigen Lebensführung älterer Menschen ein.

Pflege und Gesundheit

Die Landesstelle Pflegende Angehörige NRW informiert und unterstützt pflegende Angehörige sowie ehren- und hauptamtliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Auch die Landesinitiative Demenz-Service NRW stärkt mit einem umfangreichen Informations- und Serviceangebot die ehrenamtliche und nachbarschaftliche Unterstützung von Betroffenen und ihre Familien.
Selbsthilfegruppen werden in NRW durch die Koordinierungsstelle KOSKON unterstützt, beraten und träger- und themenübergreifend vernetzt.

Vielfalt schätzen lernen

Für Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen engagiert sich die ehrenamtliche Initiative SchLAu. Die Abkürzung steht für Schwul Lesbisch Bi Trans* Aufklärung in NRW. Das landesweite Netzwerk von lokalen Aufklärungsgruppen sucht in Schulen, Jugendzentren und anderen Bildungseinrichtungen das Gespräch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen – nach dem Motto: »Damit nicht mehr über uns geredet wird, sondern mit uns!«

Ehrenamtliches Engagement bündelt auch die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW (LAG). Sie ist ein freier und überparteilicher Zusammenschluss lesbischer Gruppen, Vereine, Initiativen und Projekte. Darüber hinaus engagiert sich die Gemeinschaft für den NRW-Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo- und Transphobie.

Leben mit Behinderung

Der Landesbehindertenrat (LBR) befasst sich mit den zentralen Fragen der Behindertenpolitik und der Behinderten-Selbsthilfe in NRW. Dabei bündelt und vertritt er die Interessen behinderter und chronisch kranker Menschen und verleiht ihren Forderungen und Ansprüchen gegenüber öffentlichen Institutionen und gesellschaftlichen Instanzen Nachdruck. Für die speziellen Ansprüche unterschiedlicher Behinderungsarten sowie für die entsprechende Selbsthilfearbeit sind die einzelnen Mitgliedsverbände zuständig. Sie können jedoch darüber hinaus den Landesbehindertenrat einschalten. Der LBR unterstützt sein Klientel mit Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei strebt er eine enge Kooperation mit den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtsverbände an. Ein Schwerpunkt des Engagements ist die Verbesserung der Zusammenarbeit örtlicher Selbsthilfe-Gruppen. Diese sollen künftig auf kommunaler Ebene die regionale Zusammenarbeit entwickeln und koordinieren.

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