Die Stadt Dortmund hat 2007 in zwölf Stadtbezirken Seniorenbüros in gemeinsamer Trägerschaft mit den Dortmunder Wohlfahrtsverbänden eingerichtet. Im August 2008 hat das Seniorenbüro gemeinsam mit anderen Netzwerkpartnern das Projekt Nachbarschaftshelfer im Stadtbezirk Nord initiiert.
Es wirbt bei Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichen Alters und Herkunft für bürgerschaftliches Engagement. In kleinen sozialräumlichen Bezügen, z.B. einer Straße oder einem Wohnblock, werden Ansprechpartnerinnen und –partner gesucht, die einen aktiven Bezug zu ihrer Nachbarschaft haben bzw. bereit sind, diesen aufzubauen.
Bei Interesse benennen die Ehrenamtlichen das gesuchte Tätigkeitsfeld und das Zeitbudget, das sie für ihre Hilfe zur Verfügung stellen möchten. Über den Einsatz als Nachbarschaftshelfer wird eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet.
Die Freiwilligen werden vom Seniorenbüro betreut und eingesetzt. Dabei kann die Hilfe aber von allen Netzwerkpartnern angefragt werden. Die Ehrenamtlichen haben eine hauptamtliche Ansprechperson, die regelmäßige Austauschtreffen organisiert und auch für persönliche Fragen zur Verfügung steht.
Vor Beginn der ehrenamtlichen Tätigkeit erfolgen Erstgespräche und begleitend werden verpflichtende Schulungen und Austauschtreffen angeboten.
Um die Versorgung älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in der Altenhilfe zu verbessern und die Zugänge für diesen Personenkreis zu Angeboten der Altenhilfe in Dortmund zu erleichtern, hat das Seniorenbüro einen Schwerpunkt auf die Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte gelegt. Ein Kreis ehrenamtlich tätiger Nachbarschaftshelfer mit Migrationshintergrund wurde aufgebaut.
Mit Hilfe des Seniorenbüros und mit Unterstützung vorhandener Dienste und Anbieter im Quartier werden die besonderen Bedürfnisse der älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ermittelt. Daraus ergeben sich Einsatzfelder für Nachbarschaftshelfer. Freiwillige verschiedener Ethnien werden je nach Wunsch und Kompetenz in ihrem Quartier tätig. Der Einsatz erfolgt generationsübergreifend und unabhängig von der eigenen Herkunft.
18 türkische, spanische, portugiesische und italienische Seniorinnen und Senioren sind täglich in ihren Wohnquartieren unterwegs, um ältere Bewohner aus verschiedenen Ländern im Alltag zu unterstützen. Die Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer bringt einerseits soziale Anerkennung, andererseits die persönliche Herausforderung, sich mit anderen Ethnien auseinanderzusetzen.
Bei den Betreuten werden durch die Unterstützungsleistungen Vorbehalte (z.B. bei deutschen Seniorinnen und Senioren gegenüber »Ausländern«) abgebaut. Migrantinnen und Migranten öffnen sich für die Bedürfnisse des Gemeinwesens und bringen ihre Unterstützung ein. In der Helfergruppe sind sie gemeinsam mit deutschen Nachbarschaftshelfern aktiv.
Das Projekt ist »Engagement des Monats Oktober 2011«.
Weitere Informationen und Kontakt
Jürgen Kleinschmidt
Sozialamt
50/5 Seniorenbüro Innenstadt Nord
Westhoffstraße 8- 12
44145 Dortmund
Tel: 0231/ 4 77 52 40
Email: jkleinschmidt@stadtdo.de
www.dortmund.de
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