Bürgerschaftliches Engagement wird als Ressource der Stadtentwicklung an Bedeutung zunehmen. Wie die Potenziale der Zivilgesellschaft im Kontext der »Sozialen Stadt« künftig besser genutzt werden können, zeigt das im November 2009 verabschiedete Berliner Memorandum auf. Ein Ergebnis: Zivilgesellschaftliches Engagement braucht Anlässe und Gelegenheiten sowie Räume und lokale Zentren zu seiner Entfaltung. Beispiele dafür sind Stadtteilbüros als niedrigschwellige Anlaufstellen und Treffpunkte vor Ort, die Entwicklung von Kindertagesstätten zu Familienzentren, Stadtteilschulen, Bürger- und Nachbarschaftshäuser.
Das Modellprojekt Aktivierung von Zivilgesellschaft in der Sozialen Stadt, getragen von der Bundesinitiative Nationale Stadtentwicklungspolitik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, untersuchte in den Jahren 2008 und 2009 die Notwendigkeit und die Rahmenbedingungen einer Engagementförderung insbesondere für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.
Ergebnisse des Modellprojektes sind eine Reihe von Forderungen: Oberstes Ziel der sozialen Stadtentwicklung ist demnach die Verbesserung der Lebensverhältnisse und die Bewältigung von Alltagsproblemen der Menschen in den Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf. Dort brauche bürgerschaftliches Engagement die besondere Aufmerksamkeit von Politik, Verwaltung und Wirtschaft, Kirchen und Trägern der Wohlfahrtspflege. Alle Akteure, so fordert das Memorandum, sollten sektorübergreifend zusammenarbeiten, um das stadtteilbezogene Engagement zu aktivieren. Ziel sollte es sein, gemeinsam mit den engagierten Bürgerinnen und Bürgern stabile, dauerhafte, verlässliche und belastbare Entwicklungspartnerschaften aufzubauen.
Das Berliner Memorandum im Wortlaut (PDF)
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