Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
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Engagement des Monats Februar 2009: Fußballvereine gegen RECHTS

Die Initiative »Fussballvereine gegen RECHTS« wurde im Jahr 2001 in Düren ins Leben gerufen. Auslöser war ein Zwischenfall während eines Pokalspiels der D-Junioren (10-12 Jahre) des FC Niederau 08. Eine Gruppe bekannter rechter Jugendlicher beschimpften im Spielverlauf Mitspieler mit Migrationshintergrund und auch deren Eltern. Zuschauer, die einschritten, wurden mit Drohungen eingeschüchtert. Nach dem Spiel warteten die Neonazis auf die Mannschaft und bedrohten sie. Nur durch das beherzte Auftreten der Betreuer und Trainer konnten Übergriffe vermieden werden. Meldungen an Kreis und Vereine wurden bagatellisiert. Daraufhin gründete der Betreuer Jo Ecker die Initiative »Fußballvereine gegen RECHTS«, um Gewalt und Rassismus von den Sportstätten und aus den Köpfen zu verbannen.

Fußballmannschaft mit Vereinsmitgliedern und Transparent auf der Wiese

Seitdem engagiert sich die Initiative gegen rechtsradikales Gedankengut und Übergriffe. Auf der Internetseite »Fußballvereine-gegen-RECHTS« ruft die Gruppe Fußballvereine dazu auf, sich der Initiative anzuschließen. Mehr als 720 Vereine, Fußballabteilungen und Verbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dem Aufruf bisher gefolgt, darunter befinden sich Mannschaften der Bundesliga ebenso wie lokale Amateurvereine.

Die Initiative setzt darauf, sichtbare Zeichen gegen Rechtsradikalismus und Gewalt zu setzen. Deshalb hat sie Banner, Schilder und Transparente mit entsprechenden Aufschriften entwickelt. Interessierte Fußballvereine können sich mit dem Fußballvereine-gegen-RECHTS-Banner abbilden lassen. Die Fotos werden dann auf der Internetseite veröffentlicht und der lokalen Presse angeboten. Bisher haben sich mehr als 150 Mannschaften fotografieren lassen und so ein Zeichen gegen Rechts gesetzt.

Grafik "Kein Platz für Rassismus und Gewalt! Auch auf eurem Sportplatz

Interessierten Schulen im Kreis Düren stellt die Initiative kostenlos ein Schild mit der Aufschrift »Kein Platz für Rassismus und Gewalt« zur Verfügung, weil sie aus den Berichten der fußballspielenden Kinder und Jugendlichen weiß, dass rechte Gruppierungen versuchen, Jugendliche auf den Schulhöfen anzusprechen und zu vereinnahmen.

2006 war die Initiative an der Gründung des »Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt« beteiligt. 2007 führte sie Benefizspiele und Turniere gegen Rechts durch. Im November 2008 wurde »Fußballvereine gegen RECHTS« mit dem »Julius Hirsch Preis« des Deutschen Fußball Bundes für sein nachhaltiges Engagement gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2005 in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch verliehen.

Weitere Informationen und Kontakt:
Fussballvereine gegen RECHTS
Jo Ecker
Schlichbachstr. 1
52353 Düren
Tel.: (01 78) 8 78 03 73
Email: gegen.rechts@arcor.de
www.fussballvereine-gegen-rechts.de

Fußballmanschaft mit Transparent auf dem Rasen