HELP e. V. ist die erste Freiwilligenagentur Deutschlands, die sich besonders an Schüler, Studierende und junge Berufstätige richtet. Der Verein spricht junge Menschen an, vermittelt ehrenamtliche Tätigkeiten und betreut ehrenamtlich Engagierte während ihres Einsatzes. HELP e.V. wurde vor fast zehn Jahren von fünf jungen Leuten in Aachen als politisch und konfessionell ungebundener Verein gegründet; derzeit arbeiten ca. 50 Freiwillige ehrenamtlich auf Vermittlung von HELP e. V. Wieviel Zeit sie dafür einsetzen möchten, bestimmen die Freiwilligen selbst.
Die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die HELP e.V. vermittelt, finden in Kinder- und Jugendhilfezentren, Behindertenheimen, Seniorenheimen oder Obdachloseneinrichtungen statt. In jeder Einrichtung gibt es eine oder einen HELP-Koordinator/in, die Interessenten bei einem ersten Besuch in der Einrichtung begleiten, sie beraten, Fragen beantworten und auch für den weiteren Verlauf der ehrenamtlichen Tätigkeit der Freiwilligen in der jeweiligen Einrichtung Ansprechpartner/in bei Fragen und Verbindungsglied zwischen Freiwilligen und Verein sind.
Was die unterschiedlichen Möglichkeiten des Ehrenamtes betrifft, so liegt das sowohl am Freiwilligen als auch an der Einrichtung selber. In den Kinder- und Jugendheimen finden ehrenamtliche Tätigkeiten in der Regel als Schüler-Nachhilfe statt, in Behindertenheimen geht es sowohl um persönliche Betreuung eines einzelnen Bewohners in Form von Gesprächen, Besuchen und Ausflügen als auch um die Begleitung einer Gruppe bei Unternehmungen, die sonst aufgrund mangelnder Aufsichtskräfte nicht stattfinden könnten. Auch in Seniorenheimen handelt es sich vornehmlich um Besuche der Freiwilligen bei einzelnen Bewohnern, vor allem bei solchen, die ansonsten wenig oder keinen Besuch erhalten. Es finden jedoch zum Beispiel auch Spielenachmittage statt, die HELP-Freiwillige für die Senioren veranstalten. Ein offenes Ohr ist vor allem in den Obdachloseneinrichtungen gefragt, hier sind die Freiwilligen einfach da, sei es zum Zuhören oder zum gemeinsamen Spielen.
Die Arbeit in den Einrichtungen entwickelt sich oft zu einer »win-win-Situation«, in der Betreuter wie Betreuender gleichzeitig vom Zusammentreffen profitieren. Oft entstehen durch die von HELP vermittelten Kontakte sehr enge Bindungen, die auch über die eigentliche ehrenamtliche Arbeit hinausgehen.
Die konkrete Arbeit von HELP lässt sich vermutlich am besten durch ein Beispiel verdeutlichen: Angela Blasel (18) ist Abiturientin und seit Mai 2006 Mitglied bei HELP. Angela besucht wöchentlich für eine Stunde zwei ältere Damen des Seniorenzentrums Franziskuskloster-Lindenplatz, mit denen sie sich unterhält, spazieren geht und das Laufen trainiert. Sie selbst sagt: »Das Leben in Seniorenheimen war für mich so weit weg, auch weil meine Großeltern noch zu Hause lebten. Erst durch HELP ist mir bewusst geworden, dass die ehrenamtliche persönliche Betreuung sehr wichtig für die Bewohnerinnen und Bewohner ist. Es hat mir sehr geholfen, dass ich nicht alles selbst in die Hand nehmen musste - dann hätte ich wahrscheinlich gar nicht angefangen.HELP hat mich im Seniorenzentrum eingeführt und ist immer für Gespräche oder Austausch über die verschiedenen Erlebnisse da - es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man Rückendeckung hat.«
Und auch wenn sie ihre Zeit verschenkt, sind nicht nur die Bewohner die Beschenkten, meint Angela: »Durch meine Besuche im Altenheim hat sich mein Horizont extrem erweitert. Angesichts von Krankheit und Tod relativieren sich doch einige Dinge«, so die junge HELPerin. »Die Besuche bei meinen alten Damen helfen mir immer wieder, bewusster zu leben.«
Zwischen ihr und den beiden älteren Damen ist inzwischen so etwas wie eine Großeltern-Enkel-Beziehung entstanden: »Ich freue mich jedes Mal richtig, wenn ich wieder meine Besuche im Altenheim mache. Eine der Bewohnerinnen steht immer schon fertig angezogen mit dem Schlüssel in der Hand an der Tür und wartet ungeduldig auf mich. Sie erzählt mir dann, was sie alles in ihrem Leben schon erlebt hat, interessiert sich aber auch dafür, was mich bewegt«, so Angela. So ist Angela ein Bindeglied zur Außenwelt, die gerade ältere und behinderte Menschen oft völlig übergeht. Wie wichtig solche Besuche sind, bestätigt auch die Leiterin des sozial-kulturellen Dienstes der Einrichtung, Frau Rhode-Hüntemann: »Junge Menschen, die dem HELP-Vereinssinn entsprechend ihre Zeit verschenken und sie unseren Bewohnern geben, bereichern unser Seniorenzentrum enorm. Sie bringen Jugend, Freude und uneigennütziges Engagement in unsere Einrichtung und werden damit immer wieder vom Helfer zum guten Freund.«
Weiterführende Informationen:
HELP e. V.
Pontstraße 74-76
52062 Aachen
0241-602426
www.helpev.de



