Bürgerinnen und Bürger sollten Demokratie nicht nur am Wahltag praktizieren, sondern als eine ständige Alltagsaufgabe und Möglichkeit wahrnehmen und begreifen. Mit diesem Postulat gründete Klaus Hoppmann, Inhaber eines alteingesessenen Opel-Händlerbetriebs in Siegen, 1974 die gemeinnützige Stiftung »Demokratie im Alltag«.
Die Stiftung verfolgt folgende Aufgaben:
Der Stiftungsvorstand setzt sich aus zwei Betriebsangehörigen (1 Betriebsrat- und 1 Managementvertreter) und mindestens 3 ehrenamtlichen außerbetrieblichen Mitgliedern zusammen. Die Externen sollen Erfahrungen aus Bereichen, die den Stiftungsaufgaben entsprechen, einbringen.Für die Erfüllung der Stiftungszwecke steht ein jährlicher Etat von rd. € 100.000,- zur Verfügung.
Die Stiftung fördert regionale, überregionale und auch internationale Projekte. Seit einigen Jahren werden in der internationalen Arbeit vornehmlich Projekte engagierter Gruppen für Kinder und Jugendliche auf dem afrikanischen Kontinent unterstützt.
Beispiele aus der aktuellen Förderarbeit:
Zur Zeit wird ein neues und für die Stiftung großes, regionales Projekt initiiert. Unter der Bezeichnung »Schön & Gut. Erfahrungsfeld Fischbacherberg« soll eine dauerhafte Einrichtung geschaffen werden, die ungewöhnliche Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten für arbeitslose Jugendliche bereitstellt und entwickelt. Das Erfahrungsfeld soll schrittweise auf der 7,5 Hektar großen ehemaligen Schießstandanlage Fischbacherberg in Siegen aufgebaut werden. Es soll ein soziales, handwerkliches, künstlerisches und naturbezogenes Projekt werden, das in fortwährender Arbeit von jungen Arbeitslosen unter der Anleitung von befähigten Fachleuten auf dem Gelände entwickelt und gestaltet wird. Entscheidend sind die Art und die Qualität der Arbeit, die den Jugendlichen angeboten werden kann. Es soll Arbeit sein, die qualifiziert und weiterbildet. Es muss bezahlte und qualitativ wertvolle Arbeit sein.
Die Stiftung Demokratie im Alltag kooperiert in diesem Projekt mit der Stadt Siegen, die zu diesem Zweck das Gelände an die Stiftung verpachtet. In einem gemeinsamen Lenkungsausschuss unter Federführung der Stiftung werden alle wesentlichen Schritte diskutiert und koordiniert.
Mit der Stiftung vollendete der Unternehmer Klaus Hoppmann ein besonderes Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das sich seitdem sehr erfolgreich weiterentwickelt hat. Klaus Hoppmann hatte schon in den 60-er Jahren damit begonnen ein bis heute einmaliges System der Mitarbeiterbeteiligung zu implementieren. Er handelte aus seiner politischen Überzeugung , aus der Aufbruchstimmung der 68-er Bewegung und einer gewissen persönlichen Radikalität heraus. Er beteiligte seine Mitarbeitenden am Gewinn, an unternehmerischen Entscheidungen und an Entscheidungen den Arbeitsplatz betreffend. Den Schlusspunkt setzte er, indem er seine gesamten Gesellschaftsanteile auf die Stiftung übertrug. Mit dem Besitzübergang war ein „dritter Weg“ zwischen Privateigentum und Unternehmen in Mitarbeiterhand gefunden und das Kapital im Besitz der Stiftung neutralisiert. Die Stiftung ist somit alleinige Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Hoppmann.
Weitergehende Informationen:
Stiftung Demokratie im Alltag
Eiserfelder Straße 196
57072 Siegen
Tel: 0271/3 18 22 94
www.demokratie-im-alltag.de


